Pylade: Kritik.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 19. Juli 2016 (06:53)
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International gepriesen: Das „La MaMa Theatre New York“ mit Pier Paolo Pasolinis Stück „Pylades“. 
NOEN, La MaMa

Mitten im Amphitheater von Carnuntum. Die Truppe des New Yorker La MaMa Theatres tanzt einen Hillbilly, holet Zuschauer dazu. Körpereinsatz ist von Anfang an das Mittel der Wahl. Die Darsteller steigern sich in einen wütenden Spielrausch, der das Publikum in beklemmende Atemlosigkeit versetzt. Hemmungslose Nacktheit ist Trumpf, schonungslos werden alle Sehgewohnheiten verletzt.

Was gespielt wird, ist da schon nebensächlich. Den dritten Teil von Aischylos’ „Orestie“ hat Pier Paolo Pasolini in eine Anklage gegen den Kapitalismus verwandelt, die mitreißende Truppe schreit sie voll Inbrunst ins Publikum. Es muss nicht jedem gefallen, was da zu sehen und zu erleben ist, aber die einzigartige Selbsthingabe des Ensembles ist berauschend.

Fazit: Amerikanisches Method Acting vom Feinsten. Beeindruckende Körperarbeit zum Exzess.