Der Liebestrank: Kritik.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 12. Juli 2016 (13:59)
Foto: Armin Bardel
St. Margarethen. Liebesglück auf Messers Schneide: Elena Sancho Pereg als umwerfende, umworbene Adina.  

184 Jahre ist es alt, das amouröse Gebräu von Belcanto-König Donizetti. Das hat man nicht nur in spanischen Dörfern, sondern auch im Sanatorium, am Badestrand und im Wilden Westen gesehen. Im „kleinen“ Steinbruch hat Raimund Bauer für die herzzerreißende Love Story eine felsenhohe, neonbunte Juke Box gebaut, mit Plattentellerbühne und Sehnsuchtsgeländer.

Dort lässt Philipp Himmelmann seine Teenager in wippenden Röcken Rock’n ’Roll tanzen, den Quacksalber als Blumenmädchen im Hippie-Bus vorfahren und den Schüchti im Pullunder schmachten. Den großen Gefühlen tut das keinen Abbruch, den erfreulichen Stimmen auch nicht. Toll: Elena Sancho Peregs Adina, traurig: Tamás Tarjányis Nemorino, komisch: Uwe Schenker-Primus’ Dulcamara.

Fazit: Belcanto zwischen Juke Box und Blumenwiese – nicht nur für Teenagerträume.