Front-, Heck- & Allradantrieb . Verschiedene Antriebsarten beeinflussen Traktion und Fahrverhalten Ihres Fahrzeugs enorm. Während es auf trockener Fahrbahn selten an Bodenhaftung mangelt, zeigen sich die Unterschiede der Technik sehr deutlich auf nassen oder gar glatten Straßen. Zwar können auch PKW mit Front- und Heckantrieb mit guten Winterreifen im Schnee gut vorankommen, doch erfordern bestimmte Situationen einen Allradantrieb.

Erstellt am 16. Januar 2018 (00:01)
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Voraussetzungen der Traktion
Während auf trockenem Untergrund die Antriebskraft Ihres Wagens problemlos auf die Räder übertragen wird, bedeuten glatte oder lose Untergründe eine größere Herausforderung für die Antriebstechnik. Die Übertragung der Antriebskraft hängt im Wesentlichen von zwei Kriterien ab. Dem auf den angetriebenen Rädern lastendem Gewicht sowie dem Reibungskoeffizienten oder Kraftschlussbeiwert. Letzterer hängt von der jeweiligen Beschaffenheit von Reifen und Straße ab. Auf trockenem Asphalt liegt dieser Wert nahe bei 1, während er auf glattem Eis unter 0,2 sinkt. Dies hat zur Folge, dass der Reifen auf dem Untergrund nur noch einen kleinen Bruchteil der Kraft übertragen kann. In der Praxis kommt es zu einem frühen Durchdrehen des Reifens. Grundsätzlich können mehr angetriebene Räder auch mehr Kraft auf die Straße übertragen, weshalb Allradfahrzeuge bei geringem Reibungskoeffizient im Vorteil sind.

Antriebsarten und Bodenbeschaffenheit
Handelt es sich um ein Fahrzeug mit Heckantrieb und Frontmotor, so sind die Bedingungen auf glatter Fahrbahn besonders ungünstig. Solche Fahrzeuge tendieren in Kurven zum Übersteuern bei Last. Dies hängt damit zusammen, dass auf den angetriebenen Achsen ein geringes Gewicht lastet. Der Schwerpunkt liegt aufgrund des Motorengewichts vorne, sodass die hinteren angetriebenen Räder keine hohen Kräfte auf die Fahrbahn übertragen können. Schnell drehen die Räder daher durch. Dies wird bei modernen Fahrzeugen durch elektronische Systeme wie ASR und ESP verhindert.

Vorteilhafter ist die Bauart mit Heckantrieb und Heckmotor. Wenn der Schwerpunkt über den angetriebenen Achsen sitzt, verbessert sich die Traktion auf glatter Fahrbahn. Ein historisches Beispiel ist der VW-Käfer, der sich auch ohne Elektronik auf Schnee und Eis vergleichsweise gut steuern lässt. Die am häufigsten anzutreffende Kombination ist die aus Frontmotor und Frontantrieb. Auch hier lastet der Schwerpunkt dank des Motorgewichts auf der Antriebsachse. Dies sorgt für vergleichsweise gute Traktion auch bei glattem Untergrund. Bei zu hoher Kurvengeschwindigkeit tendieren Fahrzeuge mit Frontmotor und Frontantrieb zum Untersteuern. Das heißt, Ihr Wagen schiebt über die Vorderachse nach außen. In modernen PKW sorgt auch hier ein ESP dafür, das Fahrzeug wieder auf Kurs zu bringen.

Vorteile des Allradantriebs
Die Vorteile beider zuvor genannter Antriebsarten vereint nur der Allradantrieb. Auch dieser ist auf elektronische Hilfsprogramme angewiesen, um bei widrigen Bedingungen ein sicheres Vorankommen zu gewährleisten. Wenn sich etwa die eine Seite Ihres Fahrzeugs auf trockenem Asphalt befindet und die andere auf schneeglattem Straßenrand, so kommt das Auto ohne Sperrdifferenzial nicht voran. Die Differenziale leiten die Kraft aufgrund des geringeren Widerstands nur an die Räder auf dem glatten Untergrund weiter. Durch eine Sperrung der Differenziale wird die Kraft gleichmäßig auf alle Räder übertragen. Moderne Allradantriebe ermöglichen eine exakte Verteilung der Kräfte auf die einzelnen Räder, um sämtlichen Bedingungen Rechnung zu tragen.