Studieren mit Kind: "Mit Unterstützung geht alles". Auch mit Kleinkind ist es möglich, das Studium fortzusetzen und den Abschluss zu machen.

Erstellt am 23. Februar 2017 (15:06)
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Auf der FH St. Pölten kann man das Studium verlängern, wenn man während des Studiums ein Kind bekommt, aber auch eine Karenzzeit ist möglich.

Nathalie Stöger-Reiter wurde während ihres Studiums der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule St. Pölten schwanger. Ihr Sohn kam im Dezember 2013 zur Welt. „Da habe ich dann aus zeitlichen Gründen ein Jahr verlängert, um keinen Stress zu bekommen“, beschreibt die Absolventin ihre Erfahrungen mit Studium und Kind.

Anfrage auf Studienverlängerung gestellt

Die Zeit nutzte Stöger-Reiter dann einerseits für ihren Sohn, andererseits schrieb sie ihre Masterthese gemeinsam mit einer Studienkollegin. „Da ist die FH St. Pölten sehr flexibel und man kann sich das alles gut einteilen“, so die Ruprechtshofnerin. Das Anfragen bezüglich Studienverlängerung und die Bewilligung seien relativ schnell gegangen. Stöger-Reiter gibt aber zu bedenken, dass man sich schon vorher überlegen sollte, wie man sich Kurse aufteilt, damit sich alles ausgeht.

Als Tipp für Studierende, die in einer ähnlichen Situation sind und überlegen, ihr Studium zu verlängern, warnt Stöger-Reiter, dass man aufpassen muss, wenn man Studienbeihilfe erhält. „Man muss da schauen, dass man genug Lehrveranstaltungen pro Semester macht“, macht sie aufmerksam.

Als klar war, welche Kurse Stöger-Reiter wann machen möchte, ging sie zu ihrer Betreuerin und ihr Plan wurde abgesegnet. Dass die Abwicklung so einfach ging, führt sie darauf zurück, dass es häufiger vorkomme, dass Frauen während des Studiums schwanger werden.

„Gehen tut alles, wenn man Unterstützung hat“

„Es gibt auf der Fachhochschule auch einen eigenen Wickelraum, in dem Windeln zur Verfügung gestellt werden. Ich habe mich dort oft auch hingelegt zwischen Lehrveranstaltungen, um mich auszuruhen“, blickt die Absolventin dankbar auf die Zeit an der Fachhochschule zurück.

Ob sie es im Nachhinein wieder genauso machen würde, kann Stöger-Reiter nicht sagen. „Die Zeit mit dem Kind als Baby ist mir fast zu schnell gegangen. Vielleicht würde ich nichts mehr nebenbei machen“, so Stöger-Reiter. „Aber gehen tut alles, wenn man will und auch Unterstützung hat, denn das Baby mitzunehmen ist nicht immer so leicht.“ Mittlerweile arbeitet die Jungmutter in Wieselburg, Bezirk Scheibbs, in der Jugendberatungsstelle JUSY (Jugendservice Ybbstal) als Sozialarbeiterin.

Ursprünglich hat die Melkerin ihren Bachelor in Linz absolviert. Danach entschloss sie sich ihren Master im Studiengang „Soziale Arbeit“ an der Fachhochschule in St. Pölten zu machen. Und zwar deshalb, weil es dort den Schwerpunkt Case Management und General Social Work gibt. Das sei ausschlaggebend gewesen, so Nathalie Stöger-Reiter: „Case Management hat mich wirklich interessiert und auch die Nähe zum Heimatort war ein Vorteil.“