Mit Robotern auf Tuchfühlung gehen. Seit 2018 gibt es an der Fachhochschule Wiener Neustadt das Bachelor-Studium der Robotik. Christoph Reisinger, einer der Studenten des 1. Jahrgangs, ist mit Industrierobotern, mobilen und humanoiden Robotern auf Du und Du – er entwickelt, forscht und programmiert.

Von Christiane Buchecker. Erstellt am 18. Februar 2020 (00:01)
Der humanoide Roboter NAO.
Fachhochschule Wiener Neustadt

„Ich habe mich schon immer für Technik begeistert. Deshalb habe ich nach der Matura auch nach einem Studium gesucht, das in diese Richtung geht“, erzählt Christoph Reisinger. Gefunden hat er das Robotik-Studium an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Reisinger, der aus der Steiermark kommt, hat sich beworben, es folgten das Aufnahmegespräch und schließlich die positive Nachricht, dass er zu den Studenten des 1. Jahrganges des Bachelor-Studiums Robotik gehört.

Arbeiten mit Robotern im neuen Labor

Mittlerweile ist Reisinger im 3. Semester und noch immer mit viel Begeisterung bei der Sache oder besser gesagt bei den Robotern. „In den beiden ersten Semestern haben wir uns mit den Basics beschäftigt, jetzt, im 3. Semester, tauchen wir so richtig in die Materie ein“, so Reisinger. Heißt: Er und seine Studienkollegen arbeiten an Projekten mit modernen Industrierobotern, mit Mensch-Roboter-Kollaborationen und mobilen und humanoiden Robotern sowie interaktiven Automatisierungssystemen, Bilderkennung und Positionserfassung oder leistungsstarken Systemen zur Virtualisierung und Visualisierung.

Robotik-Student Christoph Reisinger.
Fachhochschule Wiener Neustadt

„Wir arbeiten im Prinzip daran, ein System dazu zu bringen, das zu tun, was wir wollen. Ich habe zum Beispiel gemeinsam mit Kollegen einen Industrieroboter so programmiert, dass er mit LEGO-Duplo-Bausteinen ein Blumenmotiv aufgebaut und in Folge wieder abgebaut hat“, erzählt Christoph Reisinger voller Begeisterung.

Beste Arbeits- und Forschungsbedingungen gibt es, seitdem das neue Robotik-Labor, das natürlich auf dem neuesten Stand der Technik und Innovation ist, an der FH in Betrieb ist. „Wir können jetzt noch spezifischer forschen und noch mehr in die Praxis von Robotik und Automatisierung gehen.“ „Unser Leitsatz an der Fachhochschule Wiener Neustadt ,Perspektiven durch Praxis’ wird durch die Eröffnung des neuen Robotik-Labors perfekt umgesetzt“, erklärt Alexander Nemecek zum neuen Labor und die vielen neuen Möglichkeiten für Forschung und Lehre.

Einer der Roboter im neuen Robotik-Labor.
Fachhochschule Wiener Neustadt

Und welche Voraussetzungen muss man eigentlich für das Studium der Robotik mitbringen? „Technisches Interesse muss da sein und man sollte mit Begeisterung und Engagement dabei sein. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen“, weiß der Steirer, der seinen Entschluss, Robotik zu studieren, noch nie bereut hat.

Beste Berufsaussichten

Sechs Semester dauert das Studium der Robotik. Und danach? „Roboter sind mittlerweile aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. In der Wirtschaft kommt kaum eine moderne Produktion ohne Automatisierungs- und Robotiksysteme aus. Aus diesem Grund hat auch die Wirtschaft großes Interesse an den künftigen Absolventen des Robotik-Lehrgangs, betont Armin Mahr, Geschäftsführer der Fachhochschule Wiener Neustadt. Die Nachfrage nach den ausgebildeten Technikern sei enorm.

„Künstliche Intelligenz und Robotik werden unser Leben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entscheidend prägen und verändern – mehr, als es sich vielleicht der eine oder die andere vorstellen kann. Aber es sind wir Menschen, die Maschinen zum Lernen bringen und über ihren Einsatz entscheiden“, so Mahr weiter.

Menschen wie Student Christoph Reisinger, der schon wieder an einem neuen Projekt mit einem Roboter tüftelt.