Nach Finnland mit Erasmus. FH-St.-Pölten- Studentin Gloria Grünberger verbrachte das 3. Semester ihres Bachelor-Studienganges in der finninschen Studentenstadt Oulu.

Von Brigitte Wimmer. Erstellt am 18. Februar 2021 (10:08)
Gloria Grünberger mit Kollegen am Snowmobil in Saariselkä. Bild unten: Im Kajak in Savonlinna.
privat

Am 24. Dezember 2020 kam Gloria Grünberger, Studentin des Bachelor-Studiengangs „Medienmanagement“ in der FH St. Pölten, zurück von ihrem Auslandssemester in Finnland. „Natürlich habe ich mich nach viereinhalb Monaten auf mein Zuhause und auf meine österreichischen Freunde gefreut“, erzählt die 19-jährige Oberösterreicherin, „aber die internationale Community im Studentenheim in Oulu ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Wir waren dort wie eine Familie.“

privat

Grünberger startete ihr Auslandsabenteuer in der Partnerhochschule Oulu mit dem Erasmusprogramm am 18. August 2020. Am Wiener Flughafen traf sie auf eine weitere Erasmus-Studentin aus Österreich, die ihre Wegbegleiterin auf dieser Reise wurde. Beide absolvierten ihr Auslandssemester in Finnland.

Studieren am Bottnischen Meerbusen

Mit dem Flugzeug ging es erst einmal in die finnische Hauptstadt Helsinki und anschließend mit einem regionalen Flieger weiter nördlich in die Studentenstadt Oulu. Diese liegt an der Mündung des Flusses Oulujoki im Bottnischen Meerbusen.

„Anfangs hatten wir wunderbares Sommerwetter, konnten im Meer schwimmen und fanden Zeit, andere Neuankömmlinge kennenzulernen“, schwärmt die FH-St.-Pölten-Studentin.

Damit Grünberger auch finanziell gut durch das Semester kommen konnte, erhielt sie aus dem Erasmusfonds über das FH Service International Relations (FH St. Pölten) eine monatliche Fördersumme. „Die Höhe des Zuschusses hängt davon ab, in welche Kategorie der drei Ländergruppen das Land eingeteilt ist“, erklärt die Auslandsstudentin. In ihrem Fall waren es 480 Euro monatlich. Davon bekam sie zwei Drittel am Beginn des Semesters und ein Drittel nach Beendigung der Auslandsstudienzeit und konnte damit das Studentenwohnheim und Lebensmittel bezahlen. Die Flüge musste sich Grünberger selbst finanzieren.

„Ich kann jedem ein Auslandssemester empfehlen. Man lernt nicht nur inhaltlich etwas, sondern auch viele soziale Kompetenzen“, ist sich die Medienmanagement-Studentin sicher.

Zwar war der Studienzweig in Oulu ein reiner „Management-Lehrgang“, bei dem sie den Medienbezug vermisste, doch Grünberger absolvierte die 26 möglichen ECTS-Punkte in Finnland und wird jetzt die letzten vier Punkte mit Medienschwerpunkt in der FH St. Pölten nachholen. „Wir arbeiteten in der finnischen Hochschule aber sehr praxisbezogen, besuchten nahegelegene Firmen, analysierten deren Management und brachten unsere Ideen zur Verbesserung der Organisationsvorgänge ein“, erinnert sich die junge Frau.

„In Finnland spricht fast jeder Englisch“

Der Unterricht wurde in Englisch abgehalten, doch die Oberösterreicherin besuchte auch einen Finnisch-Kurs in der Partnerhochschule. „Ich hatte Französisch und Spanisch in der Schule. Bei Finnisch konnte ich wirklich gar kein Wort von irgendwo herleiten“, lachte die Studentin. Immerhin kann sie jetzt auf Finnisch grüßen und sich ein Bier oder Essen bestellen. Laut Grünberger kann in diesem Land aber fast jeder, egal welchen Alters, sehr gut Englisch. „Hier sind auch die Kinofilme alle in Originalsprache, das finde ich großartig“, erzählt die Hochschülerin begeistert.

Im Studentenheim wohnte sie mit Niederländern, Deutschen, Spaniern, Belgiern, Tschechen, Griechen, Esten, Russen, Polen, Slowaken, Slowenen, Südkoreanern und auch mit fünf Studenten aus Österreich zusammen.

„Habe viel Neues und auch Abenteuer erlebt“

Die Studentin mit dem Schutzpolizisten „Toripolliisi“ auf dem Marktplatz von Oulu. 
privat

„Wir unternahmen in verschiedenen Gruppen Wochenendtrips, Tagesausflüge und einmal eine zehntägige Norwegenreise“, erzählt Grünberger. Auch die Finnische Sauna stand am Programm. Abkühlung fanden die Studenten in einem Eisloch im nahegelegenen Fluss. „Das war ein prickelndes Erlebnis“, erinnert sich die Auslandsstudentin.
Die internationale Community veranstaltete auch einige Partys, wie zum Beispiel ein Oktoberfest, bei der die Österreicher sogar eine Schuhplattler-Einlage lieferten.

Abschließend meint die Heimkehrerin: „Man kann eine solch besondere Zeit sehr schwer in Worte fassen, aber man fühlt sich einfach nur glücklich, und man findet Freunde fürs Leben!“