Ein Student auf Reisen. Die Studienzeit muss man nicht nur in Österreich verbringen, zeigt der IMC FH Krems Absolvent Stefan Unfried. Er lebte während seines Bachelors in Karlstad und Hamburg.

Von Linda Goldsteiner. Erstellt am 18. Februar 2020 (00:00)
Freunde für das Leben: Stefan Unfried mit internationalen Studienkollegen nach einer elfstündigen Wanderung zu Trolltunga in Norwegen.
privat

Den Grundstein für seinen erfolgreichen und internationalen Werdegang legte Stefan Unfried auf der IMC FH Krems mit dem Bachelorstudiengang Unternehmensführung & E-Business Management. Die Entscheidung, sich in Krems einzuschreiben, fiel dem Getzersdorfer leicht. „Ich wollte eine Hands-on-Ausbildung also einen praxisbezogenen Unterricht erleben und up-to-date IT-Skills erlangen. Der Studiengang in Krems hat genau meine Interessen abgedeckt“, erzählt der 25-Jährige.

Geschäftsführerin Ulrike Prommer, die ehemalige Rektorin Eva Werner und Franz Piller, Studiengangsleiter Unternehmensführung und E-Business Management, gratulierten Stefan Unfried zu seinem Bachelorabschluss in Unternehmensführung & E-Business Management auf der IMC FH Krems. 
Florian Schulte

Neben dem guten Ruf der Studieneinrichtung hat ihn auch die gute wirtschaftliche Vernetzung der FH überzeugt: „Es wird mit vielen anderen Betrieben zusammengearbeitet, wodurch ich umso mehr praktische Erfahrung sammeln konnte.“ Besonders profitiert habe er auch von der Methodik Design Thinking, die sich in verschiedenen Fächern immer wieder durch das Bachelorstudium gezogen hat. In direkter Zusammenarbeit mit einer Firma durfte er diese Methode anwenden. „Diese praxisnahen Übungen haben mich auf jeden Fall auf mein Berufsleben vorbereitet“, so Unfried.

„Man ist auf sich alleine gestellt, das kann schon sehr herausfordernd sein. Aber man wächst persönlich daran.“ Stefan Unfried, Absolvent der IMC FH Krems

Für den Getzersdorfer war bereits vor dem Studium klar, dass er eine Zeit lang im Ausland verbringen möchte, sagt er. Dieses Bedürfnis hat er mit seiner Begeisterung für die skandinavische Sozialkultur verbunden und sich für die Universität Karlstad in Schweden beworben. „Ein touristischer Besuch ist immer etwas anderes, als sein eigenes Leben in einem fremden Land zu organisieren.“ Die FH Krems habe ihn damals bei der Umsetzung stark unterstützt: „Es wird den Studierenden sehr ans Herz gelegt, Auslandserfahrungen zu sammeln“, sagt er. Dafür hat die FH Krems das International Center eingerichtet, in dem die Studierenden Vorstellungsgespräche führen und für die passenden Universitäten beraten werden. Besonders unterstützend für ihn sei auch die Auswahl der Partneruniversitäten gewesen. „Es wird darauf geachtet, dass es die passenden Kurse an der anderen Universität gibt, die teilweise mit den Seminaren der Heim-FH deckungsgleich sind, um die Anrechnung zu erleichtern.“ Ein weiterer Pluspunkt: Auch die meist sehr hohen Studiengebühren der Partneruniversität entfallen.

Das Studieren und Leben im Ausland bringt auch Herausforderungen mit sich. Unfrieds „wissenschaftliche Challenge“ im Auslandssemester lag in der Art des Lehrens an der Universität Karlstad, die sich stark von dem österreichischen FH-Betrieb unterscheide, wie er erzählt. Während er in Krems mehrere kleinere Kurse pro Semester hatte, war er in Schweden mit weniger, dafür aufwändigeren Kursen konfrontiert: „Wir haben die theoretische Basis auf der Universität gelehrt bekommen, aber den Rest mussten wir im Eigenstudium selbst ausarbeiten. Man ist dann auf sich alleine gestellt, das kann schon sehr herausfordernd sein. Aber man wächst persönlich sehr daran“, sagt er.

Eine Küche für 20 Studierende

Seine „nicht-wissenschaftliche Challenge“ im Auslandssemester bestand im interkulturellen Zusammenleben, wie er heute erzählt: „Auf dem Campus haben wir uns zu zwanzigst eine Küche geteilt. Kulturell gibt es verschiedene Erwartungshaltungen, was das Zusammenleben betrifft, da muss man offen und flexibel sein.“
Dass sich diese Begegnungen allerdings zu Freundschaften fürs Leben entwickeln können, sei eines der besten Ergebnisse eines Auslandssemesters, meint Unfried. Jährlich trifft er sich mit seinen Freunden aus dieser Zeit in einer anderen europäischen Stadt: „Wir besuchen uns gegenseitig in England, Spanien oder Frankreich.“

Das Reisen kam für ihn auch während der Zeit des Auslandssemesters nicht zu kurz: Die Ab- und Anreise hat Unfried mit Stopps etwa in Dänemark und Norwegen ergänzt und ist sogar bis nach Lappland gereist, um die Nordlichter zu sehen. „Das sind Erfahrungen, die man bestimmt durch das Auslandssemester leichter erleben kann“, sagt er.
Noch in Schweden ging es motiviert und ambitioniert für den Studenten weiter: Er hat sich noch in Karlstad nach einem Praktikum umgesehen und sich bei AIRBUS in Hamburg via Skype beworben. Punkten konnte er beim Arbeitgeber jedenfalls mit seinem Lebenslauf und seinem IT-Background, sagt er heute. „Am Ende muss man sich von der Masse abheben. Mein Auslandssemester in Schweden gemeinsam mit dem speziellen Studiengang der FH spielten womöglich in Summe am Ende zusammen, dass ich den Praktikumsplatz bekommen habe.“

Ahoi, Hamburg!

Nur drei Wochen nach seiner Rückkehr in Österreich ging es weiter nach Hamburg – in eine von Dieter Bohlens Wohnungen, wie er erzählt. Die Zeit in Hamburg war für ihn ein ebenso wertvoller Abschnitt wie der in Schweden: „Hier war ich dann erstmals so richtig im Berufsleben. Wenn man zusätzlich in einer anderen Stadt lebt, alles organisieren und für sich selbst sorgen muss, ist das neu. Aber ich habe unglaublich viel gelernt.“ Schon alleine der Arbeitsweg war eine Erfahrung, die der Niederösterreicher nicht so schnell vergessen wird. Während andere mit dem Rad oder der Straßenbahn in die Arbeit fahren, ging es für ihn an Deck und über Wasser. „Der frische Wind und die Brise im Gesicht haben mir meine Arbeitstage zusätzlich verschönert“, schwärmt er heute.

Mittlerweile ist der 25-Jährige als IT-Projektmanager bei der ERBER Group in Getzersdorf beschäftigt und studiert parallel dazu Digital Business Innovation and Transformation für den Master ebenfalls auf der IMC FH Krems. Die beiden Aufenthalte im Ausland haben den jungen Niederösterreicher nicht von seiner Heimat entfernt, im Gegenteil: „Man lernt den Lebensstandard in Österreich erst so richtig zu schätzen, wenn man sieht, wie es in anderen Ländern ist.“ Heute ist er unglaublich stolz und dankbar für die vielen Erfahrungen, die er in seiner Studienzeit erlebt hat, und kann die Auslandsaufenthalte anderen Studierenden nur ans Herz legen: „Es ist eine unglaubliche Erfahrung, man lernt fürs Leben und gewinnt Freunde auf der ganzen Welt. Und was gibt es Besseres?“