„GentaSafe“ rettet Babyleben. Helfen und soziales Engagement sind im Leben von FH-Absolvent Christof Sauerzapf wichtige Eckpfeiler. Bei seiner Mechatronik-Masterarbeit setzte er sich damit auseinander, Komplikationen bei der Verabreichung von Antibiotika bei Neugeborenen zu verhindern.

Update am 23. Februar 2017 (15:07)
Bettina Kreuter
Christof Sauerzapf aus Katzelsdorf ist noch nicht am Ende seiner akademischen Laufbahn. Nach Mechatronik möchte er ein zweites Masterstudium in Medizintechnik machen.

Auf den ersten Blick mag es nicht zusammenpassen, dass sich Christof Sauerzapf für ein technisches Fachhochschul-Studium entschieden hat. Bis nach seiner Matura am BORG in Wiener Neustadt stand die Musik im Mittelpunkt: Er spielt Klavier, Schlagzeug und Kirchenorgel. Heute fehlt ihm die Zeit dafür.

Beim Zivildienst beim Roten Kreuz, wo Christof Sauerzapf auch heute noch ehrenamtlich tätig ist, merkte er, wie wichtig ihm das soziale Engagement ist. Und er fand schnell heraus, wie sehr man mit technischen Hilfsmitteln helfen kann. Eigentlich wollte Sauerzapf Medizintechnik studieren, aber das gab es in Wiener Neustadt nicht. Also entschied er sich für Mechatronik:

„Es war zwar anfangs ohne technischen Hintergrund schwierig. Aber auf der FH sind mir der Aufbau und die Organisation des Studiums mit den Stundenplänen sehr entgegengekommen.“

„Es war zwar anfangs ohne technischen Hintergrund schwierig. Aber auf der FH sind mir der Aufbau und die Organisation des Studiums mit den Stundenplänen sehr entgegengekommen.“ Mechatronik-FH-Absolvent Christof Sauerzapf

Als schicksalhaft bezeichnet der Katzelsdorfer auch das Entstehen seiner Masterarbeit: „Die Arbeit hat mich gefunden.“ Eine große Hilfe war ihm sein wissenschaftlicher Betreuer Christian Koller, der gemeinsam mit einem befreundeten Arzt aus Nottingham, Andrew Prayle, die Idee zu „GentaSafe“ hatte. In diesem Gemeinschaftsprojekt geht es darum, Komplikationen bei der Verabreichung von Antibiotika bei Neugeborenen zu verhindern. „Die Frühgeborenen brauchen genau alle 36 Stunden eine Dosierung. Eine zu hohe Gabe kann zu Schäden am Innenohr oder an den Nieren führen“, weiß der Niederösterreicher.

Er konstruierte im Rahmen seiner Masterarbeit an der FH Wiener Neustadt eine Box zur Lagerung der Phiolen, die exakt nach 36 Stunden eine Entnahme zulässt. Diese wurde von ihm nicht nur berechnet und entwickelt, sondern auch selbst gebaut. Auch die Programmierung des Touchscreens übernahm der Masterstudent.

Zweites Masterstudium geplant

Obwohl es eine Zusammenarbeit zwischen Wiener Neustadt und Nottingham war, lernte er die englischen Kollegen nicht persönlich kennen. „Es hat sich leider nicht ergeben. Wir haben aber viel geskypt und auch mein Betreuer war in Nottingham. Er hat mir die Ergebnisse dann mitgeteilt, die dann in meine Arbeit eingeflossen sind.“ Auch wenn er sein Mechatronik-Studium abgeschlossen hat, wird am Projekt „GentaSafe“ weitergeforscht. Interesse daran gibt es auch aus Indien.

Der Niederösterreicher sieht sich noch nicht am Ende seiner akademischen Ausbildung. Mittlerweile gibt es die FH-Fachrichtung Medizintechnik in Wien. „Mich interessiert der medizinische Bereich. Deshalb will ich dieses zweite Masterstudium belegen“, blickt Christof Sauerzapf in die Zukunft.