Glutenfreie Backkunst handgemacht. Sabine Aichmann hat an der Fachhochschule St. Pölten Diätologie studiert. Seit zwei Jahren führt sie im 9. Wiener Gemeindebezirk ihr eigenes Café, die „Bröselei“. Bei ihren Konditorei- und Backwaren kommt jeder auf seine Kosten – es wird ausschließlich Veganes und Glutenfreies serviert.

Erstellt am 23. Februar 2017 (15:06)
Marlene Penz
Die Hollabrunnerin Sabine Aichmann machte sich nach ihrem FH-Studium mit einem Café für vegane und glutenfreie Backwaren selbstständig.

In der Strudelhofgasse 1 auf rund 25 Quadratmetern bäckt die Diätologin Sabine Aichmann von Montag bis Freitag frische Backwaren, serviert Kaffee, Tee und kalte Getränke, sowie zwei vegane Mittagsmenüs. Die „Bröselei“ zeichnet sich dadurch aus, dass alle Waren glutenfrei, lactosefrei und vegan sind.

„Ich selbst habe eine Glutenunverträglichkeit, so habe ich gesehen, dass es zwar im Supermarkt Produkte gibt, die glutenfrei sind, man aber kaum frische, handgemachte Waren bekommt“, so kam die Jungunternehmerin auf die Idee, selbst Hand anzulegen und etwas eigenes zu Schaffen.

„Gebacken habe ich schon immer gerne und zuerst habe ich es mit einem Onlineshop versucht, um auszuprobieren, ob überhaupt Bedarf und Interesse besteht. Wie man sieht, war die Nachfrage da. Und so habe ich mich dann entschlossen, ein Lokal aufzumachen.“

„Wenn man die Zusammensetzung von Lebensmitteln kennt, weiß man auch schnell womit man sie ersetzen kann.“Sabine Aichmann, „Bröselei“-Inhaberin

Ihr Weg führte sie über die HBLA Hollabrunn, zwei Semester Ernährungswissenschaft an der Universität, über eine Anstellung als Schriftführerin bei der Wiener Polizei zum Diätologiestudium nach St. Pölten. „Das Studium an der Universität Wien war mir zu chemielastig, mir fehlte der Praxisbezug. Nachdem ich es abgebrochen hatte, wollte ich eigentlich nicht mehr studieren, ich war froh über die Tagesroutine im Arbeitsleben.“ Nach einer gewissen Zeit hat die gebürtige Hollabrunnerin aber gemerkt, dass sie sich doch noch weiterbilden will.

„Ich kam wieder zum Thema Ernährung, da es mich einfach interessiert, und so habe ich mich in St. Pölten beworben.“ Besonders sei sie von der Kombination von medizinischem Fachwissen mit der erlernten Beratungskompetenz begeistert gewesen. Diese habe sie durch viel Praxis gelernt.

„Natürlich war der Anfang nicht einfach, aber bereuen tut man so etwas nie, man bereut es höchstens, wenn man so eine Idee hat und es nie wagt.“Sabine Aichmann, „Bröselei“-Inhaberin

Obwohl sie nun nicht direkt als Diätologin arbeitet, fließt das Fachwissen in ihre tägliche Arbeit ein. „Wenn man die Zusammensetzung von Lebensmitteln kennt, weiß man auch schnell, womit man sie ersetzen kann“, erklärt sie.

Alle ihre Rezepte hat die 28-Jährige selbst geschrieben. Außerdem macht sie Auftragswaren für Geburtstage oder andere Anlässe – zu ihr kann jeder kommen, der einen speziellen Wunsch hat oder auf bestimmte Unverträglichkeiten und Allergien achten muss. Aichmann schneidert ein individuelles Rezept für die Bedürfnisse ihrer Kunden zusammen.

„Ich kann mir auch vorstellen, Ernährungsberatungen anzubieten, vielleicht an einem Nachmittag pro Woche“, verrät die Niederösterreicherin bei einem Blick in ihre Zukunft. Jeden Tag gibt es in ihrer Vitrine drei bis fünf verschiedene Backwaren, Brot und Gebäck.

„Ich komme so gegen halb acht ins Café, bepackt mit Obst und Gemüse, das ich davor gekauft habe, und dann wird gebacken. Um halb zwölf sperre ich auf, da sollte in bestem Fall auch das Mittagsmenü schon fertig gekocht sein.“ Auf die Frage, ob sie diesen Weg nochmals gehen würde, sagt Sabine Aichmann: „Natürlich war der Anfang nicht einfach, aber bereuen tut man so etwas nie, man bereut es höchstens, wenn man so eine Idee hat und es nie wagt.“