Erstellt am 27. Februar 2017, 00:04

Anna Posch: Von der Ergotherapie zur Romy. Anna Posch ist eine aufstrebende Schauspielerin aus Niederösterreich. 2016 wurde sie mit einer Romy als beste Nachwuchsschauspielerin für die Hauptrolle als Punk-Rebellin in „Chucks“ ausgezeichnet. Und: Sie hat ihren Bachelor in Ergotherapie an der Fachhochschule Wiener Neustadt gemacht.

Die junge Romy-Preisträgerin Anna Posch studierte Ergotherapie an der Fachhochschule Wiener Neustadt und kann einiges aus ihrem Studium auch in ihrem (Schauspiel)-Alltag anwenden.   |  Laurent Ziegler

Das Jahr 2016 war ihr Jahr, Anna Posch wurde mit der Romy als beste Nachwuchsschauspielerin geehrt, für den österreichischen Filmpreis nominiert und hat ihren Bachelorabschluss in Ergotherapie an der Fachhochschule Wiener Neustadt gemacht.

Es sind dies die Früchte von Ehrgeiz und herausragendem Talent. Zu sehen war und ist sie aber nicht nur in Filmen, sondern auch im heimischen Serienprogramm: in „Schnell ermittelt“, „Soko Donau“, „Hotel Sacher“ oder „Die Detektive“.

„Das Studium war toll, ich habe auf der theoretischen Ebene gelernt, was ich beim Schauspielen in der Praxis anwenden konnte.“
Schauspielerin Anna Posch

Anna Posch wurde 1992 in Neunkirchen geboren, aufgewachsen ist sie in Grafenbach, nach ihrer Matura ist sie nach Wien gezogen. „Ich habe ein Gymnasium mit Kreativschwerpunkt besucht, da kam ich durch einen Workshop auch zur Schauspielerei“, erzählt sie.

Damals war sie 17 Jahre alt: „Ich habe eine Leidenschaft fürs Theater entwickelt, in der Zeit war ich zweimal pro Woche in Wien, um mir ein Stück anzusehen. Es war mein Traum, selbst einmal auf so einer Bühne zu stehen“, denkt sie zurück.

Dass sie Talent hat, zeigte sich, als sie an der Schauspielschule Elfriede Ott angenommen wurde. „Das war eine aufregende Zeit, trotzdem habe ich mich nach zwei Jahren entschieden, dass ich etwas Neues brauche, um mich weiterzuentwickeln. So führte es mich zu meinem Ergotherapiestudium“, erzählt die Jungschauspielerin.

Als sie das entschied, war sie bereits in mehreren Filmrollen zu sehen. Ihre Schauspielkarriere war mit dem Dreh von „Diamantenfieber“, einem Peter Kern-Film, bereits angelaufen, als sie mit dem Studium in Wiener Neustadt begann. „Ich wollte trotzdem immer Schauspielerin sein, aber ich brauchte einen neuen Input, ich wollte die klassische Schiene des Schauspielerwerdegangs verlassen.“

„Schauspielerei und Ergotherapie haben eine Gemeinsamkeit, das ist das Beobachten und Analysieren von Menschen und Handlungen.“
Schauspielerin Anna Posch

Im Nachhinein betrachtet ist sie glücklich, diesen Schritt gewagt zu haben. „Das Studium war toll, ich habe auf der theoretischen Ebene gelernt, was ich beim Schauspielen in der Praxis anwenden konnte. Man lernt etwas über den Körper, das Denken, Fühlen und Handeln, und wie das alles zusammenhängt.“ Das habe sie bereichert. „Schauspielerei und Ergotherapie haben eine Gemeinsamkeit, das ist das Beobachten und Analysieren von Menschen und Handlungen“, erklärt die 24-Jährige.

Während des Studiums hat Anna Posch weiterhin an ihrer Schauspielkarriere gearbeitet. In dieser Zeit hat sie auch „Chucks“ gedreht, den Film, der letztlich zu ihrem Durchbruch führte. „Mein Studium und die Dreharbeiten unter einen Hut zu bringen war alles andere als einfach. Ich war ständig im Einsatz, hatte keine Pausen“, trotzdem konnte sie beides mehr als erfolgreich abschließen.

Die sympathische Schauspielerin mit den schwarzen Locken betont auch, dass sie das Ergotherapiestudium in ihrem Alltag bereichert: „Ich habe über Menschen in allen möglichen Lebensphasen gelernt und kann jetzt manches besser verstehen und mit bestimmten Situationen nun besser umgehen, zum Beispiel beim Thema Demenz, da ich das Verhalten der dementen Person besser einordnen kann. Wissen kann beruhigend sein.“

Außerdem schweben Anna Posch Projekte vor, die Ergotherapie und Schauspielerei verbinden, aber das ist Zukunftsmusik. Momentan bereitet sie sich auf neue Filmprojekte vor und ist im Castingmodus.