Wer gründen will, muss informiert sein. Ob GmbH, OG oder gar KG – was passt am besten zu dem geplanten Unternehmen? Alles, was man als Start-up oder Unternehmensgründer beachten muss und wie man seine Ideen am besten schützen kann, ist hier zu lesen.

Von Michael Schwarz. Erstellt am 18. Februar 2021 (09:13)
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Je nachdem, ob man als Einzelkämpfer eine zündende Idee verwirklichen oder mit Partnern ein gemeinsames Ziel erreichen will, wie risikobehaftet die Unternehmung ist und wie Finanzierung und Art der Geschäftsführung gestaltet sein sollen, bieten sich mehrere Gesellschaftsformen mit spezifischen Vor- und Nachteilen an.

Einer Person alleine steht die Option eines Einzelunternehmens offen, bei dem man zwar alle Businessentscheidungen alleine treffen kann, aber auch mit seinem ganzen Vermögen für die Verbindlichkeiten haftet und das gesamte Risiko alleine trägt.

Ein niedrigeres Haftungsrisiko bietet sich mit der Möglichkeit der „vereinfachten GmbH-Gründung“ : vorausgesetzt, dass der einzige Gesellschafter eine natürliche Person ist, die gleichzeitig auch Geschäftsführer sein muss. Die Gründung erfolgt, abgesehen vom Weg zur Bank, die die Identität überprüft, online.

Bei höherem Haftungsrisiko oder wenn mehrere Personen gemeinsam gründen wollen, ist eine GmbH empfehlenswert. Für Verbindlichkeiten der GmbH haftet nur das Gesellschaftsvermögen. Im Gesellschaftsvertrag lassen sich die Anteile der einzelnen Gesellschafter und die Vertretung nach außen regeln. Besonders wichtig ist es auch, auf Bestimmungen zur Vermeidung/Beilegung von Streitigkeiten oder Pattsituationen und für den Exit eines Gesellschafters zu achten.

Bei der Offenen Gesellschaft (OG) haften sämtliche Gesellschafter unbeschränkt und unmittelbar, bei der Kommanditgesellschaft (KG) haften einzelne Gesellschafter unbeschränkt und andere nur mit ihrer Stammeinlage. Eine Mischform bildet die GmbH & Co KG, die niederschwelligste Gesellschaftsform ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR) . Auch bei der Besteuerung gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaftsformen. Dies betrifft nicht nur die Höhe des Steuersatzes, sondern auch die Möglichkeiten, Investitionen von der Steuer abzusetzen. Eine geeignete Buchführung ist erforderlich und oft auch eine Gewerbeberechtigung.

Wie kann ich meine Erfindung schützen?

Dr. Michael Schwarz, Präsident der Rechtsanwaltskammer Niederösterreich
Werner Jaeger

Wenn die Basis für das Start-up eine Erfindung ist, dann sollte man diese auch schützen. Dazu dienen vor allem das Patent und das Gebrauchsmuster, die dem Inhaber das Recht verschaffen, die Erfindung herzustellen, zu gebrauchen und zu vertreiben. Gegenüber Personen, die diese Schutzrechte verletzen, bestehen Unterlassung-, Beseitigungs- und Entgelt- und unter Umständen auch Schadenersatzansprüche. Die Anmeldung sollte so bald wie möglich stattfinden. Ähnliche Schutzrechte existieren auch für Marken und Design.

Verkauf eines Start-ups

Bei erfolgreichen Start-ups taucht früher oder später auch die Frage nach einem möglichen Verkauf des Unternehmens auf. Davor sollte man überlegen, ob man zukünftig noch Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens nehmen möchte, da dies im Vertrag entsprechend geregelt werden muss. Auch auf mögliche Wettbewerbsverbote und Geheimhaltungsvereinbarungen sollte bereits während der Vertragsverhandlungen geachtet werden.

Für jeden Schritt von der Gründung bis zum Verkauf ist es ratsam, rechtzeitig den Rat von Experten einzuholen.