Digitale Produktion als Chance. Hochkarätige Vortragende aus Wissenschaft und Praxis zeigten bei der Wirtschaft 4.0-Regionalveran- staltung in der Remise in Amstetten auf, wie die „digitale Evolution“ die Produktionsprozesse verändert.

Erstellt am 05. Juni 2018 (00:01)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Wirtschaft4.0-ReferentInnen: v. l.: Friedrich Bleicher (TU Wien), Günther Sterlike (ÖBB Immobilienmanagement GmbH), Rosemarie Pichler (Zukunftsakademie Mostviertel), Michaela Roither (Industriellenvereinigung NÖ), Oliver Schubert (ZKW Group GmbH) und Werner H. Bittner (Umdasch Group Ventures GmbH).
Andi Bruckner

Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich bei der mittlerweile sechsten Wirtschaft 4.0-Regionalveranstaltung, die dieses Mal unter organisatorischer Federführung der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ) in der Remise Amstetten stattfand.

Chance für mehr Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit

„Auch bei digitalisierten Produktionsabläufen wird der Mensch immer im Vordergrund stehen. Die Digitalisierung bietet jedoch die Möglichkeit, Arbeitsprozesse noch effizienter zu gestalten“, erklärte IV-NÖ-Geschäftsführerin Michaela
Roither. Aus Sicht der Industrie könne durch die Digitalisierung etwa die Produktivität gesteigert, Kosten gesenkt, Fehlerquoten minimiert und die Zeit bis zur Markteinführung verringert werden. Außerdem sei die Digitalisierung eine einzigartige Chance, durch Effizienzsteigerungen die Produktion aus Niedriglohnländern zurück nach Österreich zu holen und auch den Forschungs- und Innovationsstandort nachhaltig abzusichern. „Ganz besonders wichtig ist daher die Verfügbarkeit von Talenten, die das große Ganze verstehen. Die Unternehmen benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Entwicklung von komplexen, technischen Systemen anleiten und führen können. Diese Talente sind die ,Frontrunner der Industrie‘ von morgen“, erklärt Michaela Roither.

Hochkarätige Vortragende aus Wissenschaft und Praxis

Friedrich Bleicher, Vorstand des Instituts für Fertigungstechnik an der TU Wien, erklärte: „Die Digitalisierung bringt Veränderungen für den gesamten Wertschöpfungsprozess. Die Selbststeuerung der Systeme sowie auch die Einbindung der Kunden spielen eine immer größere Rolle. Daher sind die Betriebe, allen voran KMUs, gefordert, deutlich mehr in die IT-Landschaft zur Auftragsabwicklung und in die Systemintegration zu investieren – und zwar auf Basis einer gesamtheitlichen Strategie.“

Andreas Ludwig, Sprecher des Vorstandes der Umdasch Group AG: „Das wichtigste Argument für eine Lehrausbildung in der Industrie sind die Jobchancen – gute Fachkräfte werden nämlich immer gesucht. Dazu kommen das internationale Umfeld und die Aufstiegschancen: Es gibt zahlreiche Beispiele von Führungskräften mit abgeschlossener Lehrausbildung.“
Robert Maybach

Peter Pichler, CEO der Berndorf Gruppe: „Die niederösterreichische Industrie hat eine starke internationale Ausrichtung. Die Exportquote beträgt im Schnitt 48,8 Prozent – in vielen Fällen  liegt sie bei über 90 Prozent. Trotz regionaler Verwurzelung in Niederösterreich haben viele Betriebe Standorte in der ganzen Welt.“
C. Husar/ArchivBerndorfAG