„Wollte mit den Händen arbeiten“. Spengler-Lehrling Ali Reza Akbari wurde für seine hervorragenden Leistungen mit dem Josef- Staudinger-Preis der AK Niederösterreich ausgezeichnet .

Erstellt am 16. November 2020 (14:22)

„Ich hatte zuerst noch keine Vorstellung, welcher Beruf es sein soll“, erzählt Ali Reza Akbari. So schnupperte er mit 15 Jahren zuerst in der Verkaufsbranche, um eine Einzelhandelslehre zu starten, entdeckte aber bald, dass er lieber mit den Händen und in der frischen Luft arbeiten würde.

Das BFI Gloggnitz ist stolz auf Ali Reza Akbari

Darum entschied sich Akbari für die überbetriebliche Spenglerlehre im vom BFI Niederösterreich geführten Handwerklichen Ausbildungszentrum Gloggnitz. In der Werkstatt bearbeitet er unterschiedliche Metallbleche, lernt Metalle schneiden, biegen und falzen und arbeitet auch schon an Auftragsstücken für Kunden des Ausbildungszentrums. Etwa 20 weitere Personen sind ebenfalls in der BFI-Werk

stätte beschäftigt. Der Spengler-Lehrling im dritten Lehrjahr glänzt in der Berufsschule mit guten Noten und exzellenten Kenntnissen der deutschen Sprache. Für seine Verlässlichkeit und guten Leistungen wurde er erst kürzlich mit dem Josef-Staudinger-Preis 2020 der AK Niederösterreich (siehe Seite 49) ausgezeichnet.

Der Lehrling steht jetzt auf eigenen Füßen

Seit seinem 18. Lebensjahr wohnt Akbari, der als 11-Jähriger mit seinen Eltern aus Afghanistan in den Iran und mit 13 Jahren ohne sie weiter nach Österreich geflüchtet ist, nun nicht mehr in einer  Wohngemeinschaft, sondern in einer eigenen Wohnung in Katzelsdorf. Täglich fährt er mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Gloggnitz. „Ich mache aber gerade den Führerschein“, erzählt der angehende Spengler stolz. Den theoretischen Teil hat er schon hinter sich, die Fahrprüfung macht er demnächst.

„Ich genieße es jetzt sehr, eine eigene Wohnung zu haben“, freut er sich über sein neues Erwachsenenleben. Am Wochenende trifft er sich mit Freunden, hört Musik und spielt Fußball. Und über seine Arbeit als Spengler meint der stolze Preisträger: „Wenn ich heute an einem Haus vorbeigehe, und ich kann sagen, da habe ich mitgebaut, dann ist das wirklich ein tolles Gefühl für mich.“