„Ich entscheide, wo die Reise hingeht“. Es muss nach der Matura nicht immer ein Studium sein: Andrea Lunzer, Konditorin bei Haubis Bäckerei, hat sich für eine Lehre entschieden und ihre Back-Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Erstellt am 16. November 2020 (12:14)
Andrea Bürscher

„Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen Haubis und mir“, sagt Andrea Lunzer lachend und verziert die herrlich duftende Sachertorte vor sich mit einer dunkelbraunen Schokoglasur. Hier, in der Konditorei in Wieselburg, hat die 23-Jährige ihre berufliche Erfüllung gefunden – die Lehre hat sie aber erst nach der Matura begonnen. „Ich habe schon relativ bald gemerkt, dass eine weiterführende Schule nicht das Richtige für mich ist, ich wollte auch nicht abbrechen. Denn Matura zu haben, ist eine gute Basis für alles Weitere“, erinnert sich die Niederösterreicherin zurück. Deshalb hat sich Andrea Lunzer bereits während der Schulzeit nach Jobmöglichkeiten umgeschaut. „Ich habe schon immer gerne gebacken. Und weil Haubis nicht weit von mir daheim entfernt liegt, habe ich im Betrieb bezüglich Schnuppern angefragt. Und es hat sofort gepasst, ich durfte als Lehrling anfangen.“ Auch wenn sie älter als die anderen Lehrlinge war, harmonierte das Team gut: „Der Altersunterschied war nie Thema, wir waren eine tolle Truppe“, betont Lunzer.

Verkürzte Lehrzeit nach absolvierter Matura

Da sie bereits maturiert hatte, verkürzte sich die Lehrzeit um ein Jahr. So wurde Andrea Lunzer nach drei Jahren Ausbildung und einer erfolgreich abgelegten Prüfung von Haubis übernommen. Zur Bäckerin und Konditorin ausgebildet, entschied sich die Niederösterreicherin nach der Lehrabschlussprüfung für das Konditor-Handwerk. „Da liegt meine Leidenschaft“, betont sie und fügt grinsend hinzu: „Und die Arbeitszeiten sind auch angenehm.“ Das Spannendste an ihrem Beruf ist für Andrea Lunzer traditionelle Handwerkskunst, kombiniert mit moderner Technik. „Ich mag es, mit den Händen zu arbeiten und etwas zu erschaffen. Dabei von Maschinen unterstützt zu werden, macht die Arbeit als Konditorin noch abwechslungsreicher und vielschichtiger“, versucht sie das Gefühl in Worte zu fassen.

„Der richtige Weg“ mit vielen Vorteilen

Die Entscheidung für eine Lehre und gegen ein Studium hat Lunzer „keine Sekunde“ bereut. „Während ein Studium vor allem am Anfang sehr theorielastig ist, konnten wir das Wissen aus der Berufsschule gleich in die Praxis umsetzen“, nennt die junge Frau einen Vorteil der Lehre. Und sie schätzt die finanzielle Unabhängigkeit, die eine duale Ausbildung wesentlich früher mit sich bringt als andere Modelle. „Seit ich mein eigenes Geld verdiene, kann ich mir viele Dinge leisten, ohne jemanden fragen zu müssen. Stolz bin ich etwa auf mein eigenes Auto. Ich kann auch meine Eltern finanziell mit einem Wohnungszuschuss unterstützen. Und auch Urlaub ist nun eine Selbstverständlichkeit. Und das Beste: Ich entscheide, wo die Reise hingeht“, erklärt die selbstbewusste Frau, während sie die Torte

vor sich zufrieden betrachtet. www.haubis.com