Qualität ist Handarbeit

Wer wirklich will, der wird die Lehre als Bäcker oder Konditor beim Traditions-Betrieb „Geier. Die Bäckerei“ erfolgreich abschließen. „Wir unterstützen, wo es geht“, versichert Unternehmenschefin Erika Geier.

Erstellt am 02. Dezember 2021 | 16:14
Lesezeit: 3 Min
LehreKarriere 2021
Wenn es um Qualität geht, wird auf Maschinen verzichtet. Das zeigt sich in der Backstube des Unternehmens. Lehrling Melanie Berger schlichtet die Weihnachtsbäckerei mit viel Liebe ein.
Foto: Sandra Frank

„Seit zwei Jahren gibt es wieder einen größeren Andrang bei unseren Lehrstellen als Bäcker oder Konditor“, sagt Andreas Mülleder, Lehrlingsausbildner bei „Geier. Die Bäckerei“. Warum das so ist, kann er sich nicht erklären. Über einen Lehrlingsmangel in diesen beiden Bereichen hatte sich das Unternehmen auch zuvor nicht beklagen können.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um eine Lehre als Bäcker oder Konditor zu beginnen? „Zwei gesunde Hände, ein bissl Menschenverstand und: Man muss wollen“, sagt Mülleder. „Und später muss man bereit sein, in der Nacht zu arbeiten, das erhöht den Verdienst“, ergänzt Firmenchefin Erika Geier. Sie betont aber, dass Lehrlinge noch nicht in der Nacht arbeiten.
95 Prozent der Arbeit sind Handarbeit

LehreKarriere 2021
Lehrling Melissa Eckhart geht das Aufstreichen der Marmelade bereits leicht von der Hand. Sie ist mit Freude bei der Arbeit: „Ja, mir gefällt es hier sehr gut“, strahlt sie auf NÖN-Nachfrage. 
Foto: Sandra Frank

Feingefühl, Kreativität und eine künstlerische Ader seien bei einer Konditorlehre von Vorteil, aber nicht Voraussetzung. „Wenn einer wirklich will, dann geht alles“, weiß Mülleder. Genauigkeit und Pünktlichkeit seien eher gefragt. Ein bisschen technisches Verständnis sollten die Jugendlichen ebenfalls mitbringen, um die Geräte zu bedienen. „Für die Lehrlinge ist das meistens kein Thema, es ist, als würden sie ihr Smartphone bedienen“, erklärt die Firmenchefin und betont:

„Wir sind ein Handwerksbetrieb!“ Die Maschinen kommen nur dort zum Einsatz, wo sie den Mitarbeitern die körperliche Arbeit erleichtern und es keinerlei Auswirkungen auf die Qualität der Produkte hat. „Der Teig wird von der Maschine geteilt, das hat keinen Einfluss auf die Qualität“, nennt Mülleder ein Beispiel, der von 95 Prozent Handarbeit spricht.

Modernste Ausstattung und viel Unterstützung

Welche „Schmankerl“ gibt es bei „Geier. Die Bäckerei“ für die Lehrlinge? „Unser Betrieb hat sicher die modernste Ausstattung“, denkt Geier nicht nur an die Bäcker und die Konditoren, sondern auch an die dritte Lehre, die ihr Unternehmen seit etwa zehn Jahren anbietet: die Lehre als Systemgastronom. Alle Lehrlinge werden fachlich begleitet und persönlich gefördert. „Wer in der Berufsschule erfolgreich ist, bekommt eine Prämie“, nennt sie einen Anreiz.

Jeannine Lhotka, Produktentwicklerin und Assistentin der Geschäftsleitung, ergänzt: „Ab nächstem Jahr wollen wir auch Ausflüge mit den Lehrlingen zum Teambuilding machen.“ Welchen Tipp geben Erika Geier und ihr Team ihren Lehrlingen, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen? „Probleme sofort aussprechen“, sagt Geier. „Wir sind immer bereit, unsere Lehrlinge zu unterstützen.“ Wenn der Jugendliche seine Ausbildung wirklich machen möchte, dann „gibt es keinen Ausschließungsgrund für uns“. Jeder bekomme eine Chance, auch wenn es in der Schule nicht so gut gelaufen ist. „Auf die Noten schau ich eigentlich nicht“, sagt der Lehrlingsausbildner, dem handwerkliches Geschick wichtiger ist. Er ist überzeugt: „Wo ein Wille, da ein Weg.“

Derzeit bildet das Unternehmen 13 Lehrlinge aus, vier davon in der Backstube. „Sie sollten vorher die Berufspraktischen Tage, die von den Schulen angeboten werden, nutzen und bei uns schnuppern“, rät Geier. Eine, die diesen Rat befolgt hat, ist Melissa Eckhart. „Ich habe in der Schule immer schon gern gebacken“, erzählt sie.

Als sie dann zum Schnuppern in den Betrieb kam, war klar, dass sie hier eine Lehre beginnen möchte. Die Ausbildung in der Backstube sei abwechslungsreich und vielseitig. „Man lernt bei uns das gesamte Produktsortiment kennen“, erklärt Mülleder. Vom kleinsten Jourgebäck bis zur siebenstöckigen Hochzeitstorte, vom Snack bis zum Catering. „Jeder Lehrling schnuppert bei uns in die anderen Berufe hinein, um wirklich das ganze Spektrum kennenzulernen“, ergänzt Lhotka.