Karriere mit Lehre in der Stadt. Hutter entwickelte erst bei der Arbeit großes Interesse für seinen Job. Sein Erfolgsrezept: Stetige Weiterbildung und soziale Kompetenz.

Erstellt am 12. November 2020 (14:24)
Abteilungsleiter Benjamin Hutter setzt auf „Positive Leadership“ und hat immer ein offenes Ohr für neue Ideen.
Brigitte Wimmer

Seit Oktober 2020 ist Benjamin Hutter Leiter der Abteilung Kultur und Familie der Stadtgemeinde Schwechat.

Der mittlerweile 36-Jährige hat vor genau 21 Jahren eine Lehre zum Verwaltungsassistenten im Rathaus Schwechat begonnen. Sein neuntes Schuljahr absolvierte Hutter in der Tourismusschule Neusiedl am See. Da er aber ein sehr guter Fußballer war und beim SV Schwechat und später auch beim Sportklub Wien spielte, bewarb er sich kurzerhand mit einer Initiativbewerbung bei der Stadtgemeinde Schwechat (diese war und ist eine große Unterstützerin der heimischen Sportvereine).

Hutter startete seine Lehre in der Personalabteilung, damals bei Rudolf Prammer. Seine Lehrbeauftragte war Elisabeth Bauer. „Ich lernte damals alle Abteilungen nacheinander kennen, aber am besten gefiel es mir im Jugendreferat bei Daniel Truttmann“, erinnert sich der Rathausbedienstete. Dieser erwies sich als sein Mentor. Soziale und gesellschaftspolitische Themen fingen den jungen Mann an zu interessieren. Anfangs war Hutter auch viel draußen, um Jugendliche aufzusuchen (Streetwork), und er verfasste Berichte über Vorkommnisse an neuralgischen Punkten in der Stadt (ohne Namen der Beteiligten zu nennen).

Eine Karriere, die sich sehen lassen kann

2010 schloss er seine Lehre zum Verwaltungsassistenten ab und setzte noch einen zwei

wöchigen pädagogischen und rechtlichen Kurs drauf, um offiziell Jugend- und Lehrlingsbeauftragter der Stadtgemeinde zu werden. Hutter ist der Stadtverwaltung dankbar, dass er schon sehr früh Verantwortung übernehmen durfte. Im September 2012 übernahm der damals 28-Jährige das Jugendreferat. Doch Hutter wollte noch tiefer in das Thema eintauchen und startete 2017 einen viersemestrigen FH- Lehrgang für „Offene außerschulische Jugendarbeit“ in Eisenstadt. Hier lernte der junge Abteilungsleiter viele neue Skills, um zu Jugendlichen eine gute Basis aufbauen zu können. Seine Devise lautet: „Einbinden statt ausgrenzen!“

2012 war es laut Hutter noch um vieles leichter, junge Menschen mit ihren Bedürfnissen abzuholen. Beratungsgespräche und Aktivitäten kamen damals gut an. Mittlerweile bestünden Jugendgruppen viel weniger lang, und zeitintensivere Projekte seien kaum durchzuführen. Darum suche das Referat immer neue Wege, um junge Schwechater zu erreichen. Denn es gebe sehr viele neu zugezogene junge Menschen in der Stadt, mittlerweile hat Schwechat schon etwa 21.000 Einwohner. „Auch hier in der Stadtgemeinde hat sich viel verändert. Die Belegschaft hat sich sehr verjüngt“, berichtet Hutter.

Das gute Arbeitsklima ist hier allen wichtig!

Im Rathaus herrsche laut Hutter eine gute Atmosphäre, das Klima zwischen den Mitarbeitern sei ausgezeichnet. Um seinen neuen Job als Abteilungsleiter für Kultur und Familie zu bekommen, musste der Schwechater, wie auch andere Bewerber, ein Konzept vorlegen. „Positive Leadership“ war hierbei in seinem Konzept ein großes Thema.

In dem neuen Ressort werden alle Veranstaltungsorte und Festveranstaltungen der Stadtgemeinde betreut, Subventionen im Bereich Kultur werden verteilt, und die Kulturabteilung ist auch verantwortlich für die Musikschule Schwechat.

„Ich übernehme gerne Verantwortung!“

Der Abteilungsleiter ist schon mit 26 Jahren Vater eines Sohnes geworden und durfte sich damals ein halbes Jahr Karenz für sein Kind nehmen. „Die Erfahrung, als Vater den ganzen Tag alleine für meinen Sohn verantwortlich zu sein, war sehr spannend und schön. Ich übernehme gerne Verantwortung“, sagt Hutter. Als passionierter Marathonläufer trainiert der junge Abteilungsleiter heute oft mit seinem Sohn. „Er fährt dann mit dem Rad, und ich laufe“ erzählt der Sportbegeisterte. Am liebsten läuft Hutter bei Wettbewerben in Frankfurt und Berlin mit. Die Wettbewerbe motivieren ihn erst so richtig zum Durchhalten beim Lauftraining.

Seit Hutter in der Stadtgemeinde arbeitet, bemüht er sich auch um die Vernetzung von Schwechat mit den Sozialausschüssen anderer Städte des österreichischen Städtebundes. Hier werden Themen wie die Vereinheitlichung des Jugendschutzgesetzes und Belange kultureller Bereiche im Netz diskutiert. Mit seinen Aufgaben wuchs auch Hutters Interesse an Kultur und vor allem an Musik: „Ich liebe Rockkonzerte, aber auch Jazz gefällt mir immer mehr.“ Sein letztgehörter Song am Handy war übrigens „The Lumineers“ (Folkrock).

Wie sieht Hutter seine Zukunft im Job?

„Ich hoffe, meine Aufgaben machen mich weiterhin so glücklich. Es ist mir wichtig, gestalten zu dürfen. Corona tut uns im Kulturbereich sehr weh, darum müssen wir uns bemühen, die Kultur am Leben zu erhalten“, meint der Kulturchef.