Sina Burghart: „Beim Zangln wird man eben dreckig“

Sina Burghart aus Fischamend macht die Lehre für KFZ-Technik und Nutzfahrzeugtechnik am Flughafen Wien. Sie erzählt von ihren Erfahrungen und Eindrücken in der firmeneigenen Lehrwerkstätte.

Erstellt am 03. Dezember 2021 | 19:11
Lesezeit: 3 Min
LehreKarriere 2021
Sina Burghart arbeitet gerne in der KFZ-Großwerkstatt am Flughafen Wien und interessiert sich besonders für die Elektrik der Fahrzeuge.
Foto: Brigitte Wimmer

„Ich mag, dass meine Arbeit so vielfältig ist“, freut sich Sina Burghart. Sie macht die Lehre für KFZ-Technik und Nutzfahrzeugtechnik am Flughafen Wien und ist jetzt im vierten Lehrjahr. Laut ihren Ausbildnern Edis Basanovic und Bernd Weiss ist Sina ein vorbildlicher Lehrling.

„Ich habe mich für die Lehre mit Matura entschieden. Die Maturaprüfung für Englisch habe ich schon geschafft!“, erzählt die 17-Jährige stolz. Am Vortag des NÖN-Gesprächs kam die junge Auszubildende von der Berufsschule in Eggendorf zurück und hat dort den vierten Ausbildungsteil mit gutem Erfolg abgeschlossen.

Die Fischamenderin ging zuvor in das Gymnasium Schwechat und wusste mit 14 Jahren noch nicht, was sie weitermachen sollte. „Meine Oma las damals in der Zeitung, dass am Flughafen eine Lehrlingsmesse stattfindet.“ Sina beschloss, die Messe zu besuchen, und war extrem begeistert von der Lehrwerkstatt des Flughafens: „Einer der Lehrmeister hat den Beruf zum KFZ-Techniker so gut erklärt, dass ich Lust auf diese Ausbildung bekam.“

„Habe schon mit Papa Autos repariert“

Sina hatte keine Scheu vor Technik, durfte sie doch schon als Kind ihrem Vater beim Autoreparieren assistieren und das Werkzeug reichen. Sie nahm eine Informationsbroschüre der Messe mit nach Hause und bewarb sich online für die KFZ-Technik- und Nutzfahrzeugtechnik-Lehre beim Flughafen Wien. Anfangs habe sie die Elektrik in den Fahrzeugen noch nicht verstanden, so die Auszubildende, doch jetzt, nach fast vier Jahren Lehrzeit, ist die Elektrik ihr Favorit. Die technisch heikelste Aufgabe in ihrer bisherigen Lehrzeit war der Einbau von Funkgeräten in fabrikneue Winterdienstfahrzeuge des Flughafens.

LehreKarriere 2021
Lehrling Sina Burghart in der Kfz-Großwerkstatt des Flughafens mit ihren Lehrherren Edis Basanovic und Bernd Weiss
Foto: Brigitte Wimmer

„Wenn man in ein ganz neues Fahrzeug ein Loch in den Himmel (die Decke) bohrt oder aus der Verkleidung etwas herausschneidet, hat man schon großen Bammel, irgendwo falsch hineinzuschneiden“, erzählt die junge Frau. Trotzdem fand sie es wunderbar, selbst dafür verantwortlich zu sein, den Einbau zu planen, die notwendigen Metallteile und Bügel in der Flughafenschlosserei zu bestellen und die Funkgeräte schlussendlich auch selbst zu installieren. Das teuerste Fahrzeug, an dem die angehende Kfz-Technikerin schon mitgearbeitet hat, ist über eine Million Euro wert. Es handelte sich dabei um ein speziell gebautes Flughafen-Feuerwehrfahrzeug.

Sina faszinieren auch Metall-Schweißarbeiten

Eine Arbeit, die ihr ebenfalls großen Spaß macht, ist das Schweißen. Zwar darf man im Lehrbetrieb erst ab dem 18. Lebensjahr schweißen, da es eben gefährlich ist, aber in der Berufsschule durfte Sina schon die eine oder andere Schweißnaht selber verschmelzen. „Ich finde es faszinierend, wenn die Metalle so heiß werden, dass sie glühen und dann eine Fläche daraus wird“, erzählt das technikaffine Mädchen. Dass man beim „Zangln“ schmutzig wird, ist für die Fischamenderin kein Problem. „Klar bekomme ich nach einem Ölwechsel oder beim Arbeiten am Motor dreckige Hände“, erzählt Sina. Da helfe dann oft auch keine Seife mehr und sie träfe ihre Freunde eben mit etwas Öl unter ihren Fingernägeln.

Am Flughafen lernt man an vielen Fahrzeugtypen

„Kfz-Lehrlinge am Flughafen“, so Ausbildner Basanovic, „bekommen eine Vielfalt unterschiedlicher Fahrzeuge von innen zu sehen. Das geht vom kleinen Renault Zoe bis hin zu riesigen Sattelschleppern.“

In der Flughafenlehrwerkstätte arbeiten 53 Lehrlinge, die in den verschiedensten technischen Berufen ausgebildet werden. Direkt hinter der Lehrwerkstätte befinden sich die großen Technikwerkstätten. Im ersten Lehrjahr mussten Sina und ihre Kollegen sehr oft das Feilen, Bohren und Schleifen üben. „Das ist anfangs etwas mühsam, aber dafür konnten wir Flughafenlehrlinge in der Berufsschule mit unseren Fertigkeiten wirklich auftrumpfen“, lacht die Auszubildende. Die Atmosphäre in der Lehrwerkstatt und in den anschließenden Großwerkstätten findet die angehende Kfz-Technikerin sehr gut. Ihre Lehrherren beschreibt sie als „sehr gute Lehrer“, denn sie „geben klare Richtlinien vor, sind sehr kompetent und helfen immer und überall, Lösungen zu finden“.