Das Hobby zum Beruf gemacht. Videos aufnehmen und schneiden, Comics zeichnen, Bilder bearbeiten – Medienarbeit begeisterte Anja Rihacek immer schon. Jetzt macht sie eine Lehre als Medienfachfrau bei der Arbeiterkammer. 

Von Theresa Bittermann. Erstellt am 18. November 2019 (10:41)
Anja Rihacek macht eine Lehre zur Medienfachfrau bei der Arbeiterkammer Niederösterreich in St. Pölten. Die Medienarbeit fasziniert sie schon lange.AK Niederösterreich/Mario Scheichel
AK Niederösterreich/Mario Scheichel

Anja Rihacek ist 16 Jahre alt und seit Anfang September macht sie eine Lehrausbildung als Medienfachfrau bei der Arbeiterkammer Niederösterreich in St. Pölten. Zwar muss sie jeden Tag etwa 30 Minuten mit dem Zug zur Arbeit nach St. Pölten fahren, das stört sie aber nicht, denn die Arbeit macht Spaß. 

Zu ihren täglichen Aufgaben gehört das Aufnehmen und Schneiden von Videos, Bildbearbeitung und auch Fotografieren. Zuletzt hat sie beispielsweise für die Facebook-Seite der Arbeiterkammer Videos in den Bezirksstellen aufgenommen und geschnitten. Auch den Instagram-Account unterstützt sie fleißig und versorgt die Abonnenten der Seite mit Bildern und Videos. 

Begeisterung für diese Arbeit war bei Anja immer schon da. Schon im Alter von zehn Jahren hat sie einen eigenen YouTube-Kanal gestartet, weil ihr die Medienarbeit so viel Spaß gemacht hat. Auch mit 3D-Animationen, Bild- und Videobearbeitung hat sie sich damals schon in ihrer Freizeit aus Interesse beschäftigt.  „Ich wollte aus dem Schulalltag raus und nicht nur Dinge lernen. Sondern ich wollte Dinge auch wirklich machen und dabei etwas lernen“, erzählt die 16-Jährige. Das Hobby zum Beruf zu machen war ihr Wunsch, den sie sich mit der Lehre zur Medienfachfrau erfüllt hat. 

Durch den Lehrberuf kann sie ihre Leidenschaft nun noch von einer anderen Seite kennenlernen: „Dinge, die mir immer schon Spaß gemacht haben, die ich deshalb auch schon selbst ausprobiert habe, kann ich jetzt professionell lernen“, erzählt Anja. Das Schnittprogramm After Effects hat sie schon früher selbst ausprobiert, „aber jetzt verstehe ich endlich, wie das richtig funktioniert und bekomme Input von Fachleuten“, schwärmt sie. 

Mit der Berufsschule startet sie erst im nächsten Jahr. Momentan arbeitet Anja Vollzeit, der Unterricht wird dann geblockt stattfinden. Das bedeutet ein paar Wochen Schule statt Arbeit. Grundlegende Fächer wie Deutsch, Englisch oder politische Bildung werden dabei sein. Besonders freut sie sich aber, mehr über Bildgestaltung zu erfahren. Teil davon ist der Unterricht im Medienstudio. „Dabei werden wir lernen, wie man in einem Studio alles richtig einstellt. Vom Licht hin zur gesamten Studiotechnik“, erzählt Anja freudig. 

Von der Schule ins Büro – das war schon eine Umstellung für Anja, aber eine positive. „Am Anfang kannten sich alle anderen und ich war die Neue. Aber jetzt verstehe ich mich schon richtig gut mit den Kollegen“, sagt die 16-Jährige. Als sie zuletzt für eine Kampagne der Arbeiterkammer Figuren entwerfen musste, hat einer der Kollegen sogar in der gewünschten Pose Modell gestanden, während Anja gezeichnet hat. Spaß an der Arbeit ist definitiv dabei. 

Ihr Rat: Fragen stellen!

Für alle angehenden Lehrlinge hat Anja einen Tipp: Fragen stellen! Immer fragen, so lernt man schließlich am meisten. Außerdem zeugt das Fragen auch von Interesse. „Ich denke, es ist auch sehr wichtig, dass man begeistert ist und zeigt, dass man die Ausbildung wirklich möchte“, rät sie. Begeisterung hat Anja viel. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.