Eine neue Hotline für die Schnupperlehre. Neben den bisherigen Hilfestellungen in Sachen Lehre gibt es jetzt auch eine eigene Schnupperlehre-Hotline unter 02742/851-17910.

Erstellt am 12. November 2020 (14:44)
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Die Lehrzeit kann für alle Beteiligten so schön wie anstrengend sein. Die Berufsausbildung, die Arbeitswelt der Erwachsenen, die Auseinandersetzung mit einer jüngeren Generation – es gibt wahrlich einfachere Situa tionen. Umso wichtiger ist die Wahl des „richtigen Betriebes“ und vor allem die Wahl des „richtigen“ Lehrlings.

Neben den bisherigen Hilfestellungen in Sachen Lehre gibt es jetzt auch eine eigene Schnupperlehre-Hotline unter 02742/ 851-17910 .

Auf der Internetseite www.lehre-respekt.at können die Jugendlichen nach Umkreis, Bezirk, Lehrberuf und Berufsgruppen suchen und sich Lehrbetriebe auf einer Landkarte anzeigen lassen. Wer als Lehrbetrieb die Schnupperlehre anbietet, kann sich auf der Seite eintragen lassen, eine E-Mail genügt: pr.bildung@wknoe.at

Schnupperlehre während der Unterrichtszeit

Bei berufspraktischen Tagen (als Schulveranstaltung) sind die Schüler/innen in gleicher Weise kranken- und unfallversichert wie beim Unterricht im Klassenzimmer oder auf Exkursion.

Unfallversicherung während der Unterrichtszeit bei schulbezogener Veranstaltung:

1. Der Betriebsinhaber muss keine Meldung bei der AUVA erstatten und keinen Beitrag leisten.

2. Die Berufsorientierung während der Unterrichtszeit kann an bis zu fünf Tagen pro Unterrichtsjahr erfolgen, wenn es sich um Schüler ab der achten Schulstufe handelt.

3. Die Erlaubnis für eine individuelle Berufsorientierung muss vom Klassenvorstand erteilt werden.

Schnupperlehre außerhalb der Unterrichtszeit

Eine individuelle Berufsorientierung außerhalb der Unterrichtszeit (z. B. nach dem täglichen Unterricht oder während der Ferien) ist nur bei Schülern im oder nach dem achten Schuljahr möglich. Voraussetzung dafür ist, dass die Zustimmung des Erziehungsberechtigten vorliegt. Der Krankenversicherungsschutz besteht meist durch die Mitversicherung bei den Eltern.

Unfallversicherung außerhalb der Unterrichtszeit:

1. Betriebsinhaber muss keine Meldung bei der AUVA erstatten und keinen Beitrag leisten.

2. Schnupperlehre darf höchstens 15 Tage pro Betrieb und Kalenderjahr erfolgen.

Schnupperlehre von Jugendlichen, die keine Schüler mehr sind

Eine Schnupperlehre im Sinne des § 175 Abs. 5 Z 3 ASVG ist für Jugendliche, die keine Schüler mehr sind, nicht möglich. Einzige Ausnahme: In dem Kalenderjahr, in dem die Schulkarriere beendet wird, kann bis Ende September eine individuelle Berufsorientierung absolviert werden.

Rahmenbedingungen der Schnupperlehre

Durch Zuschauen, Fragenstellen und Ausprobieren einfacher, ungefährlicher Tätigkeiten soll ein interessierter Jugendlicher seinen Wunschberuf praxisbezogen kennen lernen. Den Jugendlichen trifft keine Arbeitspflicht, er hat aber auch keinen Anspruch auf Entgelt.

Eine Eingliederung des Jugendlichen in die betriebliche Organisation findet nicht statt, da in diesem Fall ein Arbeitsverhältnis mit allen arbeits- und sozialrechtlichen Konsequenzen (Anmeldung bei der Krankenkasse, Entgeltzahlungspflicht, Anwendung des Kollektivvertrages etc.) entstehen würde.

Die Schnupper-Lehrlinge dürfen zu keiner Arbeit verpflichtet werden und unterliegen auch nicht dem Weisungsrecht des Betriebsinhabers (mit Ausnahme von jugendschutzrechtlichen Bestimmungen, Bestimmungen des Arbeitnehmerschutzes und arbeitshygienischen Vorschriften).

Sollen die Jugendlichen einzelne Handgriffe ausprobieren, ist dabei auf die körperliche und geistige Reife Bedacht zu nehmen. Der Unternehmer verstößt sonst gegen die Bestimmungen des Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes.

Erfahrungsgemäß werden die Zeiten, in denen sich der Schüler im Betrieb aufhalten darf, individuell vereinbart.

Rechtlicher Tipp: Eine Schnupperlehre unmittelbar vor Beginn eines Lehrverhältnisses ist rechtlich problematisch und sollte jedenfalls vermieden werden. Ein solcher zeitlicher Zusammenhang könnte dazu führen, dass die Zeit des Berufspraktikums bereits als Lehrzeit mit allen arbeits- und sozialrechtlichen Konsequenzen gilt – und nicht mehr als Schnupperlehre.