Kreditstundung – was muss man wissen?.

Erstellt am 20. April 2020 (08:14)
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Dr. Michael Schwarz: Mit dem 4. COVID-19-Gesetz wurden im Artikel 37, dem 2. COVID-19-Justiz-Begleitgesetz, Schritte für Erleichterungen bei Verbraucherkreditverträgen gesetzt. Diese Regelungen gelten für Verbraucher, für Kleinstunternehmer sowie kleine und mittlere Unternehmen. Darunter fallen alle, die weniger als 250 Personen beschäftigen und weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen oder über eine Jahresbilanzsumme von weniger als 43 Millionen. Euro verfügen.

Das gilt für Verträge, die vor dem 15. 3. 20 abgeschlossen wurden und wenn der Verbraucher durch die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie Einkommensausfälle hat, die dazu führen, dass ihm die Erbringung der geschuldeten Leistung nicht zumutbar ist – etwa wenn sein angemessener Lebensunterhalt oder der seiner Unterhaltsberechtigten gefährdet ist. Für Leistungen, die vom 1. 4. 20 bis zum 30. 6. 20 fällig werden, gilt eine gesetzliche Stundung für die Dauer von drei Monaten. Zahlt der Kreditnehmer diese Raten nicht wie vereinbart, befindet er sich nicht im Verzug. Es treten in diesem Zeitraum keinerlei Verzugsfolgen ein – es dürfen keine Verzugszinsen verrechnet werden.

Wegen des Zahlungsverzuges darf der Kredit nicht gekündigt werden – auch nicht wegen einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers. Kommt es zu keiner Vereinbarung, wie mit den Rückständen nach dem 1. 7. 20 umzugehen ist, wird die Dauer des Kredites um drei Monate verlängert, die Raten müssen am Ende des Kredites nachbezahlt werden. Auf die vereinbarten Zinsen hat diese Stundung keinen Einfluss, diese müssen vom aushaftenden Kapital weiterbezahlt werden.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Dr. Michael Schwarz
Rechtsanwalt in St. Pölten
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