Was gilt in Wohnungen als „gewöhnliche Abnutzung“?.

Erstellt am 08. Februar 2021 (09:13)
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Mag. Alexander Diewald: Gegen Ende des Mietverhältnisses stellt sich oft die Frage, ob vor Rückstellung der Wohnung Löcher in der Wand verspachtelt, die Wände ausgemalt, Türstöcke repariert oder Kratzer im Parkettboden beseitigt werden müssen. Das hängt davon ab, ob das Mietrechtsgesetz (MRG) vollständig, teilweise oder überhaupt nicht anwendbar ist. Fällt es in den Vollanwendungsbereich des MRG, ist das für den Mieter am günstigsten.

Grundsätzlich gilt: Der Bestandnehmer muss für die durch den vertragsmäßigen Gebrauch bewirkte Abnutzung des Bestandgegenstandes nicht aufkommen … Nur für übermäßige Abnutzung und Missbrauch hat also grundsätzlich der Bestandnehmer zu haften. Im Vollanwendungsbereich des MRG gilt:

  • Eine Ausmalpflicht gibt es nicht. Wurden die Wände und Türstöcke allerdings in grellen oder schwarzen Farben ausgemalt, gilt das als übermäßige Abnutzung. 
  • Sind Löcher in der Wand, gelten diese als gewöhnliche Abnutzung. Wenn Wände mit Löchern geradezu übersät sind, liegt eine „missbräuchliche“ Abnutzung vor.
  • Auch kleinere Beschädigungen im Parkettboden sind vom Vermieter hinzunehmen. Eine außergewöhnliche Abnutzung liegt vor, wenn der Parkettboden tiefe Kerben oder Wasserflecken aufweist.

Tipp: Achten Sie darauf, ob die Wände und Türstöcke der übernommenen Wohnung neu ausgemalt waren bzw. ob der Parkettboden neu oder gebraucht war. Sollte es sich um eine außergewöhnliche Abnutzung handeln, gilt immer – es wird nur der Zeitwert ersetzt.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Alexander Diewald
Rechtsanwalt in Baden
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