Arbeitsrecht.

Erstellt am 18. September 2017 (00:01)
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Symbolbild

Wann kann man in Bildungskarenz gehen?

Mag. Sonja Fragner: Wenn Sie sich während Ihrer Berufstätigkeit für eine Weiterbildung entscheiden, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber entweder Bildungskarenz vereinbaren und sich gänzlich freistellen lassen oder im Rahmen von Bildungsteilzeit Ihre Arbeitszeit reduzieren. In beiden Fällen erhalten Sie eine Leistung vom Arbeitsmarktservice.

Ein Rechtsanspruch auf Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit besteht nicht, es kommt also auf Ihren Arbeitgeber an, ob er damit einverstanden ist. Voraussetzung ist, dass das Arbeitsverhältnis bereits sechs Monate angedauert hat und dass Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Bildungskarenz kann dann für die Dauer von mindestens zwei Monaten bis maximal einem Jahr vereinbart werden. Für die Zeit der Bildungskarenz besteht ein Rechtsanspruch auf Weiterbildungsgeld in der Höhe des zustehenden Arbeitslosengeldes, wenn man die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme von mindestens 20 Wochenstunden bzw. vier Semesterwochenstunden oder acht ECTS-Punkten nachweist. Bildungsteilzeit kann in einem Zeitrahmen von vier Monaten bis zu zwei Jahren vereinbart werden. Hier wird die Arbeitszeit um mindestens 25 Prozent bis maximal 50 Prozent herabgesetzt. Die Restarbeitszeit muss aber mindestens zehn Wochenstunden betragen.

Eine Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von zehn Wochenstunden ist nachzuweisen. Das Bildungsteilzeitgeld beträgt täglich 0,79 Euro für jede volle Arbeitsstunde. Zuständig ist das Arbeitsmarktservice des Hauptwohnsitzes.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Sonja Fragner
Rechtsanwältin in Krems/Donau,
02732/78999,
ra.mag.fragner@aon.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at