Mietrecht.

Erstellt am 16. August 2017 (00:01)
NOEN, Erwin Wodicka

Ein Mieter raucht im Stiegenhaus:
Was kann man dagegen unternehmen?

Mag. Johannes Sykora: Generell ist das Rauchen in der eigenen Wohnung und im Stiegenhaus eines Mehrparteienhauses gesetzlich nicht verboten. Seine Grenze findet das Recht zu Rauchen aber dort, wo ein anderer Mieter oder Eigentümer gestört wird.

Ganz grundsätzlich darf, aus nachbarrechtlichen Überlegungen, eine direkte Zuleitung von Emissionen, darum handelt es sich auch bei Zigarettenrauch, das gewöhnliche Maß nicht überschreiten und die übliche Benutzung nicht beeinträchtigen. Ist das Rauchverhalten so intensiv, dass andere Mieter entweder nicht lüften können oder ihre Kleidung waschen müssen, nachdem sie durch das Stiegenhaus gegangen sind, liegt eine unübliche Beeinträchtigung vor. Der beeinträchtigte Mieter kann gegen den Raucher gerichtlich vorgehen und auf Unterlassung klagen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein solches Verhalten als rücksichtslos zu qualifizieren, das den Nachbarn das Zusammenleben verleidet, womit ein Kündigungsgrund nach dem Mietrechtsgesetz verwirklicht wäre. Außerdem kann dem Vermieter eine Mietzinsminderung angedroht werden, da die Nutzung der Mietwohnung nicht uneingeschränkt möglich ist. Diese Variante ist allerdings heikel, weil sie sich gegen den Vermieter richtet, nicht aber gegen den verursachenden Raucher.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass man sich die Beeinträchtigung durch intensives Rauchen im Stiegenhaus nicht gefallen lassen muss.

zVg Rechtsanwaltskammer NOE

Mag. Johannes Sykora
Rechtsanwalt in Tulln,
02272/61866,
kanzlei@sykora.at
 

 


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