Steuerrecht.

Erstellt am 29. Oktober 2018 (00:01)
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Symbolbild

Benötigt man als Unternehmer eine Buchhaltung?

Mag. Stefan Tiefenbacher: In der anwaltlichen Praxis ist die Frage, ob und in welcher Form ein Unternehmen zur Buchführung verpflichtet ist, immer wieder Thema. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass der Gesetzgeber je nach Größe und Rechtsform unterschiedliche Anforderungen stellt.

Die Buchführungspflicht, somit die Pflicht, eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung zu erstellen, ergibt sich bereits aus dem Unternehmensgesetzbuch (UGB). Sobald gewisse Umsatz-Schwellenwerte überschritten werden oder das Unternehmen in der Form einer Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH) betrieben wird, besteht die Verpflichtung zur Buchführung. Nur Freiberufler, Land und Forstwirte sowie Einkünfte aus der Vermietung sind nach dem UGB nicht buchführungspflichtig. Häufig wird nicht bedacht, dass Unternehmer, Land- und Forstwirte sowie Freiberufler aufgrund steuerrechtlicher Verpflichtungen dennoch zur Führung von Aufzeichnungen verpflichtet sind. Land- und Forstwirte sind daher bei Überschreitung gewisser Schwellenwerte (Umsatz oder Einheitswert) buchführungspflichtig.

Für kleinere und mittlere Betriebe besteht die Möglichkeit, den Gewinn in vereinfachter Form zu ermitteln. Es gibt eine Vielzahl von Vorschriften für diverse Branchen, die eine pauschalierte Gewinnermittlung auf Basis der erzielten Einnahmen vorsehen. Eine weitere Erleichterung im hektischen Alltag stellt die Möglichkeit der Gewinnermittlung mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung dar. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass aktuelle und korrekte Aufzeichnungen einen Mehrwert für die Unternehmensführung bringen.

 

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Stefan Tiefenbacher
Rechtsanwalt in Korneuburg
02262/61938
office@drlachinger.at

 

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at