Was versteht man unter Körperschaftssteuer?.

Erstellt am 24. August 2020 (08:05)
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Mag. Stefan Tiefenbacher: Der Körperschaftssteuer (KÖSt) unterliegen die Gewinne juristischer Personen. Juristische Personen oder Körperschaften sind rechtliche Gebilde, die selbstständig Träger von Rechten und Pflichten sein können und über eigene Rechtspersönlichkeit verfügen. Bekannteste Beispiele juristischer Personen sind Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Aktiengesellschaften, Genossenschaften und Vereine.

In der anwaltlichen Praxis ist daher die Frage der Besteuerung des Einkommens ein wesentliches Thema bei der Unternehmensgründung sowie Wahl der Rechtsform. Im Gegensatz zur Einkommenssteuer kommt bei der Körperschaftssteuer ein fixer Steuertarif von 25 % zur Anwendung.

Zahlt das körperschaftssteuerpflichtige Unternehmen seine Gewinne an natürliche Personen aus, so unterliegt diese Ausschüttung zusätzlich der Kapitalertragssteuer (KESt). Die KESt beträgt aktuell 27,5 % und wird von der Körperschaft einbehalten. Durchgerechnet ergibt sich daher für an natürliche Personen ausgeschüttete Gewinne eine Steuerbelastung von 45,63 %. Häufig wird beim bloßen Vergleich der Steuertarife nicht bedacht, dass die Körperschaftsteuer auch dann entrichtet werden muss, wenn keine Gewinne erzielt wurden.

Diese Mindestkörperschaftssteuer ist je nach Rechtsform verschieden. Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die den überwiegenden Teil der ca. 108.000 Kapitalgesellschaften in Österreich ausmachen, bezahlen jährlich mindestens 1.750 Euro. Den steuerlichen Auswirkungen sollte daher bei der Unternehmensgründung ausreichend Beachtung geschenkt werden.

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Mag. Stefan Tiefenbacher
Rechtsanwalt in Korneuburg
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