Gibt es auf der Skipiste eine Promillegrenze?.

Erstellt am 29. Dezember 2020 (08:40)
svariophoto/Shutterstock

Mag. Peter Gollonitsch: Après-Ski ist für viele fixer Bestandteil eines erfolgreichen Skitages. Dass betrunken über Pisten zu brettern kein Kavaliersdelikt ist, sondern rechtliche Folgen nach sich zieht, wissen aber die wenigsten. Laut Strafgesetzbuch ist nämlich jeder mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, der in alkoholisiertem Zustand fahrlässig einen anderen schwer verletzt. In der Praxis wird oft übersehen, dass diese Strafbestimmung auch gilt, wenn man auf der Piste unterwegs ist. Probleme können auch mit der Haftpflichtversicherung entstehen. Sie kann die Deckung eines durch Alkoholisierung entstandenen Schadens teilweise oder ganz ablehnen.

Doch ab wann gilt man als betrunken?

Tatsächlich gibt es die vom Straßenverkehr bekannte Promillegrenze von 0,5 für Skifahrer, Snowboarder und andere Wintersportler nicht, obwohl sie von vielen Seiten gefordert wird. Tatsächlich kann aber – so wie im Straßenverkehr auch – ab 0,5 Promille Fahruntüchtigkeit angenommen werden. Im Unterschied zum Straßenverkehr ist diese Annahme für die Piste widerlegbar und nicht zwingend.
Liftbetreiber können aber jederzeit von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und in ihren AGB Grenzwerte festlegen. Sie dürfen Alkoholisierte ihrer Anlagen verweisen.

Anders als die zwangsweise Abnahme der Fahrzeugschlüssel ist eine Abnahme der Skier oder des Snowboards gesetzlich nicht gedeckt – mit einer Ausnahme. In Vorarlberg ist es nämlich behördlichen Pistenwächtern erlaubt, Betrunkenen neben der Liftkarte auch die Sportgeräte abzunehmen.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Peter Gollonitsch
Rechtsanwalt in Scheibbs
07482/42440
peter.gollonitsch@ra-gollonitsch.at

Eine Kooperation der NÖN mit der Rechtsanwaltskammer NÖ. www.raknoe.at