Wann endet eine Erwachsenenvertretung?.

Erstellt am 23. März 2020 (08:10)
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Mag. Egmont Neuhauser: Seit 1. 7. 2018 gibt es das neue Erwachsenenschutzgesetz, um den jeweils Vertretenen mehr Selbstbestimmung zuzusichern.

Neben der Vorsorgevollmacht für nicht mehr entscheidungsfähige Personen wurde die gewählte Erwachsenenvertretung neu eingeführt. Sie betrifft Personen, die nicht voll handlungsfähig sind, aber die Tragweite einer Bevollmächtigung verstehen. Diese Personen können ihren unbefristeten Erwachsenenvertreter wählen, der der gerichtlichen Kontrolle unterliegt.

Die gesetzliche Erwachsenenvertretung tritt ein, wenn der Betroffene seine Angelegenheiten nicht mehr ohne Gefahr, sich selbst zu schädigen, erledigen kann. Das betrifft oft nächste Angehörige, ist im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) einzutragen, unterliegt einer gerichtlichen Kontrolle und endet automatisch nach drei Jahren bzw. wenn Widerspruch einlegt wird.

Die gerichtliche Erwachsenenvertretung ist nicht mehr für alle Angelegenheiten vorgesehen und soll keinen automatischen Verlust der Handlungsfähigkeit bedeuten. Dabei hat das Gericht die Möglichkeit, die Wirksamkeit rechtsgeschäftlicher Handlungen von der Genehmigung der Vertretung abhängig zu machen. Bei persönlichen Angelegenheiten, vor allem medizinischen Behandlungen und Wohnortveränderungen, soll der Erwachsenenvertreter nur entscheiden, wenn der Betroffene nicht mehr entscheidungsfähig ist. Die Wirkungsdauer der gerichtlichen Erwachsenenvertreter endet entweder durch Gerichtsbeschluss, Erledigung der konkreten Aufgabe oder dem Tod der vertretenen Person bzw. nach Ablauf von drei Jahren ab Bestellung.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Egmont Neuhauser
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