Alles aus der Region Holz ist die Antwort. Martina und Walter Minihold über Holz als wichtigen Rohstoff und Baustoff sowie Paletten als Versorgungsgarant für die Region.

Erstellt am 21. April 2021 (00:01) – Anzeige
700.000 Paletten werden jährlich in der Konrad Brunner GmbH in Zwettl hergestellt.
Konrad Brunner GmbH

„Die Holzindustrie ist für das Waldviertel praktisch unabkömmlich“, ist Walter Minihold, Geschäftsführer der Konrad Brunner GmbH in Zwettl überzeugt. „Sehr viele Menschen aus der Region sind in der Branche beschäftigt, auch indirekt durch die Zulieferer und Speditionen.“ Zudem ist der Rohstoff direkt hier vorhanden.

Ein wichtiger Rohstoff. Traditionell ist das Waldviertel ein guter Standort für Holzbetriebe – rund 80 Betriebe mit 4.700 Beschäftigten gibt es hier. Bereits seit 1936 besteht die Konrad Brunner GmbH in Zwettl, die heute in dritter Generation von Walter und Martina Minihold geführt wird. „Wir haben unseren Sitz mitten im Waldviertel, beziehen 80 Prozent unseres Holzes aus der Region, den angrenzenden Bezirken“, betont Walter Minihold. „Holz ist als Rohstoff sehr wichtig und wird auch immer wichtiger. Das ist auch für die Forstwirtschaft fordernd, den Wald klimafit zu machen – in Hinblick auf Hitze, Trockenheit und Käferbefall.“

Anhaltender Boom. Denn Holz ist beliebt. Es wird viel gebaut und Holz immer mehr verwendet. „Es ist einerseits nachhaltig, bindet CO 2 , andererseits gibt es Gebäuden einen natürlichen Touch, sorgt für einen Wohlfühlfaktor“, streicht Martina Minihold hervor. Den Boom merkte der Betrieb besonders auch in der Corona-Pandemie. „Wir mussten nicht Personal reduzieren, haben keinen Mitarbeiter in Kurzarbeit gemeldet“, sagt Walter Minihold. „Im Gegenteil: Wir suchen laufend Personal.“

48 Mitarbeiter sind zurzeit hier beschäftigt. Sie verarbeiten mit Gatter und Kreissäge jährlich insgesamt 60.000 Festmeter an Nadelhölzern (mehrheitlich Fichte, aber auch Kiefer und Tanne). Ein Teil davon wird als Schnittholz in Österreich ausgeliefert oder nach Deutschland und Italien exportiert. Der andere Teil wird im Betrieb zu Paletten weiterverarbeitet.

Ein Nahrungslieferant. Hierbei zählt man mit rund 700.000 Paletten jährlich zu den größten Produzenten Österreichs, ist der einzige im Waldviertel. Die Paletten gehen in alle Bundesländer Österreichs. Eine besondere Rolle kommt den Paletten aber auch im Waldviertel zu. „Die Wertschöpfung bleibt im Waldviertel“, betont Minihold. „Paletten sind ein wichtiges Produkt für Industrie und Lebensmittelversorgung. Ohne Paletten gibt es keine Versorgung!“

Kommentar

Holz ist die Antwort

zVg

Franz Kirnbauer, Obmann Holzindustrie NÖ

Ohne Holzindustrie würde dem Waldviertel Entscheidendes fehlen. Rund 4.700 Arbeitsplätze sind direkt mit der Waldviertler Holzindustrie verbunden. Österreichweit hängen sogar über 15.000 Arbeitsplätze an ihr. Den Kommunen in der Region bringt die Arbeit der knapp 80 Betriebe der Waldviertler Holzindustrie laut einer neuen Studie direkt Kommunalsteuer-Einnahmen von vier Millionen Euro im Jahr. Holz schafft Behaglichkeit – und ist ein wesentlicher Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor für die Region. Zugleich rückt der nachhaltige Rohstoff Holz in Erinnerung, dass wir mit unseren Ressourcen sorgsam umgehen müssen. Es geht um weniger CO ² , es geht um das Erreichen der Klimaziele. Holz ist auch hier eine ganz zentrale Antwort.