"Nicht bloß eine Nummer". Der Spar-Markt Trippold in Allhartsberg ist ein Best-Practice-Beispiel, wie die Integration von Menschen mit Beeinträchtigung in den Betrieb perfekt funktionieren kann.

Erstellt am 01. Oktober 2019 (08:26) – Anzeige
AMS-Geschäftsstellenleiterin Anita Prüller (l.) mit Martina und Alexander
Trippold (v. r.) und Johannes Kirschbichler, Angelika Ortner und Christian Zellhofer (v. l.).
Hofbauer

Noch bis 18. Oktober sind die Berater des Arbeitsmarktservice (AMS) in NÖ bei den Unternehmen unterwegs, um über aktuelle Angebote und Dienstleistungen zu informieren. Bei der diesjährigen Infokampagne hat das AMS ein besonderes Anliegen mit im Gepäck: Die Berater möchten mit den NÖ Wirtschaftstreibenden zum Thema Inklusion und Einstellung von Menschen mit Behinderung ins Gespräch kommen.

„Immer mehr Unternehmen erkennen und schätzen die Leistungen von Mitarbeitern mit Behinderung. Die berufliche Integration dieser Jobsuchenden ist eine Win-win-Situation für beide Seiten: Die Arbeitgeber können auf verlässliche Arbeitskräfte zählen, und die Mitarbeiter können in der Arbeitswelt Fuß fassen“, sagt die Geschäftsstellenleiterin des AMS Waidhofen Anita Prüller stellvertretend für die Geschäftsstellen Amstetten, Scheibbs und Melk.

Von Jänner bis August waren im Mostviertel 363 Personen mit Behinderungen und 1.184 Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen beim AMS als arbeitslos gemeldet. Auch wenn die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Beeinträchtigung im Mostviertel leicht rückläufig ist, ist das AMS froh, auf Arbeitgeber wie den Spar-Markt Trippold in Allhartsberg zählen zu können. Vier der Mitarbeiter im Team von Martina und Alexander Trippold haben eine Beeinträchtigung, darunter auch Angelika Ortner. Ihr Handicap machte Ortner den Einstieg in die Berufswelt schwer – bis sie mit dem Allhartsberger Nahversorger einen idealen Arbeitgeber gefunden hat.

„Ich schätze es sehr, dass ich hier einen Arbeitsplatz gefunden habe, wo ich mit Respekt behandelt werde“, sagt sie. Auch Familie Trippold ist froh, die engagierte Mitarbeiterin in ihrem Team zu wissen. „Ich bewundere, wie fleißig sie ist, trotz ihres Handicaps“, sagt Alexander Trippold. Und: „Wir sehen unsere Mitarbeiter wie eine Familie und wollen nicht, dass sie bei uns nur eine Nummer sind.“

Unterstützung erhält Ortner auch vom AMS. Alleine heuer nimmt das AMS zehn Millionen Euro für die Eingliederung von Menschen mit Handicap in den Arbeitsmarkt in die Hand.