„Bildungsmeile“ trotz(t) Corona. Lehrlingsinitiative Qualität vor Quantität: 33 Lehrbetriebe laden am 25. und 26. November zu WKO-Aktionstagen ein.

Erstellt am 17. November 2020 (10:51)
Bildungsmeile-Auftakt im Hause „hopferwieser + steinmayr“ (von links): Sabine Lutz („Lehre statt Leere“), Andreas Geierlehner, Gottfried Pilz (beide WKO), Peter Steinmayr, Bernd Radinger (beide Hopferwieser + Steinmayr), Erika Pruckner (WKO), Patrick Köck und Sebastian Steinmayr.
Hans Schoder

Vor 18 Jahren war es der ehrgeizige Plan von WKO-Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner und ein Novum in der Region. Mittlerweile ist die Bildungsmeile erwachsen geworden und in ihrer Bedeutung gereift.

„Die banale Idee, angehenden Lehrlingen die Berufswelt am Ort des Geschehens spüren zu lassen, funktioniert heute wie damals“, bekräftigte Geierlehner beim Auftakt für die diesjährigen Aktionstage (25. und 26. November).

Im brandneuen Firmengebäude der „hopferwieser + steinmayr Installations GmbH“ in Amstetten appellierte er zusammen mit WKO-Bezirksstellenobmann Gottfried Pilz, dessen Scheibbser Kollegin Erika Pruckner und Lehrlingscoach Sabine Lutz („Lehre statt Leere“) an die tragende Rolle der Eltern, jene wertvolle Zeit in die Berufswahl ihrer Kinder zu investieren, die letztlich auch in eine richtige Berufsentscheidung mündet.

Die Flexibilität der Firmen sei da, selbst unter den gegebenen Umständen ein Kennenlernen zu ermöglichen – sei es auch in Einzelterminen über die Aktionstage hinaus.

Die Bildungsmeile 2020, an der sich 33 Lehrbetriebe aus den Bezirken Amstetten und Scheibbs beteiligen, erwarte angesichts der Corona-Einschränkungen zwar keine Schulklassen, doch stellen die Verantwortlichen die Qualität der Besucher über die Quantität, so die Verantwortlichen aus den Reihen der WKNÖ.

Individuelle Besuche sind möglich

Individuelle Betriebsbesuche sind an den Aktionstagen weiterhin möglich (ausgenommen Gastronomie und Hotellerie). Andreas Geierlehner: „Die Bildungsmeilebetriebe müssen entscheiden, ob ein Besuch während der Aktionstage von einzelnen Personen möglich bzw. sinnvoll ist oder nicht!“

Aufgerufen sind daher vor allem jetzt die Eltern, die mit ihren Kindern (Schüler der 3. und 4. NMS, Schüler der Polytechnischen Schulen) die Bildungsmeilebetriebe besuchen sollen. Wichtig ist dabei die vorherige Anmeldung bei den Betrieben!

Ungeachtet der Probleme um die Aktionstage ist für Andreas Geierlehner das Thema Lehrstellensuche so wichtig wie schon lange nicht: „Ja, es können an den zwei Aktionstagen im November die teilnehmenden Betriebe besucht werden, tatsächlich besteht jedoch das ganze Jahr über die Möglichkeit, sich über die Lehre in den Bildungsmeilebetrieben zu informieren.“
Mit oder ohne Besuchsmöglichkeiten im November will die WKO-Initiative erreichen, dass dem Thema Lehre und der dualen Berufsausbildung in der Region einmal mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird.

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„COVID ändert nichts daran, dass unsere regionale Wirtschaft Fachkräfte braucht. Gerade in diesen fordernden Zeiten leistet die Bildungsmeile einen wertvollen Beitrag“, unterstreicht Andreas Geierlehner.

Lehrlingsinitiative bei Haustechnik-Profi

Darauf hofft auch der Gastgeber der Auftaktveranstaltung, „hopferwieser + steinmayr“-Geschäftsführer Peter Steinmayr: „Wir haben das Luxusproblem, über sehr viele Obermonteure zu verfügen. Wenn wir keinen Nachwuchs bekommen, haben wir in wenigen Jahren ein echtes Fachkräfteproblem.“

Gegensteuern will der österreichweit erfolgreiche Haustechnik-Betrieb mit einer modernen Lehrwerkstatt, die es so in einem Gewerbebetrieb noch nicht gegeben hat. Prokurist Bernd Radinger, er hat ebenso seine Karriere als Lehrling bei „hopferwieser + steinmayr“ begonnen wie der Werkstätten-Verantwortliche Rene Pröll: „Wir bieten Lehrlingen die Möglichkeit, alle mit dem Installateurberuf in Zusammenhang stehenden handwerklichen Tätigkeiten im Testbetrieb zu lernen und zu perfektionieren. Denn nur mit guten Leuten können wir die konstant hohe Qualität unserer Arbeit gewährleisten!“