Christian Bruckner: Ein Leben für den Extremsport

Die Lebensgeschichte von Christian Bruckner verdient gleichermaßen die Prädikate unglaublich sowie #glaubandich. Der frühere Durchschnittstyp aus Wallsee ist heute als erfolgreicher Extremsportler bekannt.

Erstellt am 17. November 2021 | 00:00
#glaubandich Sujet Christian Bruckner
Foto: Sparkasse

Wer den sportlichen Christian Bruckner, der so voller Tatendrang ist, heute sieht, würde nicht glauben, dass dieser jemals anders gelebt hat. Und doch fristete der 41-Jährige bis vor knapp 20 Jahren ein lustloses Dasein als Couch-Potato.

Zu einem Wandel des Lebensstils kam es in seinen 20er-Jahren, als der unmotivierte Genussmensch von damals einen Tiefpunkt im Leben erreichte, wo er durch seine innere Leere keinen Sinn mehr im Leben sah und selbst merkte, dass es so nicht weitergehen kann.

Schrittweise gelang es ihm, das Rauchen abzubauen und weniger Alkohol zu konsumieren. Zusätzlich fing der Wallseer auch an, sich mehr zu bewegen.

Es war keine radikale Umstellung, aber nach anfänglichem Walken und langsamem Laufen eignete er sich nach und nach immer mehr Sportarten wie Mountainbiken, Rennradfahren, Skitourengehen, Bergsteigen, Langlaufen und Paragleiten an, außerdem lernte er sogar noch Schwimmen.

Er schaffte es nicht nur, seine unsportliche Lebensweise in die entgegengesetzte Richtung zu lenken, auch beruflich strebte der Mechaniker eine grundlegende Veränderung an, und wurde im zweiten Anlauf Teil des Teams der Berufsfeuerwehr Linz.

Den Traumjob in der Tasche, den privaten Hausbau abgeschlossen – Zeit für neue Herausforderungen!

Bruckner glänzt in Sachen Disziplin und Ehrgeiz

Im Jahr 2012 begann seine Karriere im Triathlonsport. Er bewältigte in den darauffolgenden Jahren mehrere Triathlons und Weltmeisterschaften.

Immer an seiner Seite sind seine Frau Evelyne und Tochter Emilia, die ihn zu Bestleistungen motivieren. Durch seine sportlichen Spitzenleistungen konnte er sich im Jahr 2016 beim Ironman in Südafrika seinen größten Traum erfüllen, indem er sich über die Langdistanz trotz eines Quallenbisses während des Schwimmens und schwierigen klimatischen Verhältnissen für den Ironman auf Hawaii qualifizierte.

Die Weltmeisterschaft auf der Südseeinsel gilt in der Sportlerszene als das Non-Plus-Ultra der Extremausdauerwettbewerbe – dank intensiven Trainingsmethoden, wahnsinnig viel Verständnis seiner Familie und starker mentaler Einstellung schaffte er es nach sensationellen 9 Stunden und 55 Minuten über die Ziellinie.

Doch je größer der Erfolg, desto tiefer auch das Loch, in das man danach fällt. Nach jedem erreichten Meilenstein seiner Karriere muss Christian Bruckner sich neue Ziele setzen, um etwas zu haben, worauf er erneut hinarbeiten kann.

Tragisch wird es aber, wenn dann auch noch Verletzungen ins Spiel kommen: Ausgerechnet bei einem „Gaudikickerl“ verletzte er sich so ungünstig, dass er eine Zwangspause inklusive mehrerer Operationen einlegen musste.

Mit dem Fahrrad ans Nordkap

Einzig Radfahren war noch möglich, und da der Mostviertler nicht nur für seine grandiosen Leistungen, sondern auch für seine verrückten Ideen bekannt ist, ließ er sich für 2019 etwas ganz Besonderes einfallen: Unter dem Titel „Projektnordkap“ machte er sich von Wallsee alleine mit dem Fahrrad auf den Weg zum nördlichsten Punkt Europas, von wo er nach sagenhaften neun Tagen (2.340 km, 14.000 Höhenmeter, fünf Länder, Temperaturen von 39°C bis 3°C) gemeinsam mit seiner Familie – ausnahmsweise im Auto – die Heimfahrt antrat.

Motiviert von dieser ausgefallenen Reise konnte er zuhause auch wieder gezielt Laufen trainieren und neue Ideen sammeln: Ende Juni 2021 startete er seine nächste Challenge namens „Low to high“. Unterstützt von der Sparkasse Amstetten gelangte er bei diesem Extremtriathlon durch sechs Bundesländer vom tiefsten zum höchsten Punkt Österreichs, und das innerhalb von nur 36 Stunden und 6 Minuten.

Nach 3,3 km Schwimmen durch den Neusiedlersee, 420 km Radfahren mit 5.000 Höhenmetern und 13 km Laufen mit 2.000 Höhenmetern erreichte er tatsächlich den Gipfel des Großglockners.

Wieder ein Erlebnis, bei dem er seine eigenen Grenzen kennenlernte und das er von seiner Bucket-List streichen konnte!

Um all diese inspirierenden Erfolgsgeschichten anderen näherbringen zu können, veranstaltet Christian Bruckner regelmäßig Vortragsreihen und steht aufstrebenden Sporttalenten mit Tipps als Trainer zur Seite. Und auch er selbst ist weiterhin extrem sportlich unterwegs und trainiert unaufhaltsam, damit er sich vielleicht sogar noch einmal für die Ironman WM auf Hawaii qualifizieren kann.

Bei so einem starken Willen, wie Christian Bruckner ihn hat, ist schließlich alles möglich! #glaubandich