„Fördern Selbstständigkeit“. Betreuung in den eigenen vier Wänden der Patienten bietet viele Möglichkeiten. Flexibilität gilt aber nicht nur für die Arbeit mit Patienten, sondern auch für Hilfswerk-Mitarbeiter/innen.

Erstellt am 26. November 2018 (01:00) – Anzeige
Gerald Burggraf
Physiotherapeutin Corina Wolf mit Pflegemanagerin und „Hilfe und Pflege daheim“-Leiterin Nicole Matejka.

„Eines der Hauptziele meiner Arbeit ist die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern“, hält Corina Wolf fest. Die 31-Jährige ist seit 2013 als mobile Physiotherapeutin beim Schwechater Hilfswerk tätig. Derzeit betreut sie 17 Patienten, die sie wöchentlich zu Hause aufsucht. In erster Linie stehen dort Übungen auf ärztliche Anweisungen, wie Heilmassage oder Heilgymnastik, am Programm.

Doch gerade die Betreuung in den eigenen vier Wänden der Patienten bietet der Physiotherapeutin deutlich mehr Möglichkeiten. „Oft sind es Kleinigkeiten, die den Patienten das Leben erleichtern. Zum Beispiel Teppiche als Stolperfallen zu entfernen oder sich Sessel mit Armlehnen zu besorgen“, erklärt Wolf. Therapeuten in einem Institut könnten so etwas natürlich nicht sehen und daher auch nicht darauf eingehen.

Ebenfalls für eine mobile Physiotherapie spreche aus Sicht der Expertin, dass Übungen mit Alltagsgegenständen, die sich im Haus befinden, ausgeführt werden können. „Als Hanteln nehme ich oft Wasserflaschen“, berichtet Wolf. Auch der Trainingsplan kann bei der Betreuung vor Ort besser an die räumlichen Gegebenheiten angepasst werden. Müssen die Patienten etwa Stufen überwinden, bis sie im Haus sind oder nicht, spielt hier eine Rolle. „Der Plan wird auf den Alltag zugeschnitten“, unterstreicht die 31-Jährige.

Im Fall der dreifachen Mutter aus Enzersdorf wird aber nicht nur der Plan für ihre Patienten flexibel erarbeitet, sondern auch ihr eigener Arbeitsablauf. „Meine Arbeit beim Hilfswerk lässt sich hervorragend mit der Familie vereinbaren. Ich arbeite drei fixe Tage pro Woche. Bei langfristigen Terminen gibt es aber immer eine flexible Möglichkeit zum Diensttausch“, hebt Wolf vor allem das offene Kommunikationsklima im Schwechater Hilfswerk hervor. „Wir können über alles reden und es wird immer eine Lösung gefunden“, betont sie. Und da macht es keinen Unterschied ob es sich um private Termine, wie Arztbesuche mit ihren Kindern, oder Fortbildungen handelt.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten beim Hilfswerk sprechen für die Enzersdorferin ebenfalls für ihren Arbeitgeber. „Alle Fortbildungen sind in der Zentrale in St. Pölten und finden in vernünftigen Kleingruppen statt. Nur so gibt es auch einen Lerneffekt“, hält die Physiotherapeutin fest. So habe sie etwa ein Kurs über die bedürfnisorientierte Therapie dementer Patienten zum Umdenken gebracht. „Vor allem was meine Erwartungshaltung an die Patienten betrifft“, so Wolf.

Einen Job beim Hilfswerk Schwechat kann die 31-Jährige jedem nur ans Herz legen. Und gerade im sozialen Bereich fehlen stets Arbeitskräfte. In Schwechat sucht das Hilfswerk derzeit je eine Heimhelfer/in, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/in und Pflegeassistent/in.