Frank Drechsler: „Die Herbst-WISA wird ein Ereignis“. Der Lockdown machte eine Messe im Frühling unmöglich. Organisator Frank Drechsler und die Stadt St. Pölten machen es aber nun möglich, die WISA im September abzuhalten. Drechsler erzählt im Interview über die Highlights der Messe und über die Unterstützung durch die Landeshauptstadt St. Pölten.

Erstellt am 10. September 2020 (08:13)
Auf den Herbst-Termin der WISA freut sich Organisator Frank Drechsler (2. v. l.) mit VAZ-Manager RenéVoak, Autohaus-Chef Peter Göndle, Herbert Bugl von der EVN, Bürgermeister Matthias Stadler, Nadlinger-Geschäftsführer Felix Jöchl und Michael Bachel vom Veranstaltungsservice der Stadt.
Wolfgang Mayr

NÖN: In wenigen Tagen öffnet die WISA Messe 2020 im VAZ ihre Pforten . . .

Frank Drechsler (schmunzelt): Ich möchte sagen, endlich ihre Pforten. Denn es war in diesem Jahr doch eine sehr schwere Geburt – Stichwort Corona. Im Frühjahr war bereits alles auf Schiene und dann kam sechs Wochen vor dem Termin der Corona-Lockdown und damit das Aus.

Wie tief saß der Schock?

Drechsler: Natürlich tief. Am 9. März hat mich Bürgermeister Matthias Stadler persönlich informiert, dass wir absagen müssen. Da war sechs Wochen vor der Eröffnung plötzlich ein Jahr Arbeit praktisch für den Papierkorb. Da weiß man erst einmal nicht, was man sagen soll.

Gab’s trotzdem einen Plan B?

Drechsler: Kann man so sagen. Auch, weil ich gemeinsam mit VAZ-Betreiber René Voak schon im Februar, als das Corona-Thema aufgekommen ist, alle Szenarien durchgespielt habe. Da haben wir – für den „Worst Case“ – auch schon einen Termin für eine eventuelle Verschiebung in den Herbst ins Auge gefasst. Eben das Wochenende vom 25. bis 27. September.

Und als dann klar war, dass im April nichts geht, hat man den gleich eingebucht?

Drechsler: Wir haben ihn dann einmal reserviert. Und ziemlich schnell eine Umfrage unter unseren Ausstellern gestartet, ob sie auch da dabei wären.

„Gerade jetzt ist es enorm wichtig, die Wirtschaft nach der Corona-Krise zügig und nachhaltig wieder in Gang zu bringen.“ Frank Drechsler, Organisator der WISA

Die wie ausgefallen ist?

Drechsler: Sehr positiv, sonst würden wir jetzt nicht der Eröffnung am 25. September entgegenfiebern. Über 50 Prozent waren gleich wieder dabei. Viele andere haben wir dann ebenfalls für den neuen Termin zurück an Bord holen können. Es war wirklich schön zu sehen, dass uns sehr viele unserer langjährigen Partner in den doch schwierigen Zeiten die Treue halten und den neuen Weg mit uns gemeinsam gehen wollen. Detail am Rande – es gibt auch schon einige Anmeldungen für die WISA 2021, die hoffentlich wieder im Frühjahr stattfinden wird. Geplant ist 16. bis 18. April.

Der „Auftrag“ für die erste Herbst-WISA kam also praktisch von den Ausstellern?

Drechsler: Vorweg – es ist gar nicht die erste WISA Messe im Herbst. Die erste vor 38 Jahren fand im Oktober statt. Aber zurück zur Frage – natürlich waren es die Aussteller, die mir das eindeutige Zeichen gegeben haben, weiter zu machen. Angesichts der Corona-Krise suchen viele Firmen gerade jetzt nach neuen Kunden, nach kurzfristigen Geschäftsabschlüssen und nach Partnern. Messen sind da genau das passende Instrument dafür. Aber auch die Stadt St. Pölten, die voll und ganz hinter ihrer WISA steht und sie auch finanziell unterstützt, ist mitverantwortlich, dass es 2020 eine WISA gibt. Ohne die Förderung der Landeshauptstadt wäre die Herbst-WISA nicht möglich. Das muss so auch einmal gesagt werden.

Gibt es Unterschiede bei der Organisation einer Frühjahrs- zur einer Herbstmesse?

Drechsler: Nein, nicht wirklich. Wir haben ja normalerweise auch in Steyr oder Hallein immer wieder Herbstmessen – sind es also gewohnt, auch in dieser Jahreszeit Ausstellungen zu organisieren. Das eine oder andere Themenfeld ist vielleicht ein wenig schwieriger zu akquirieren. Etwa Installateur- oder Dachdecker-Betriebe, die da sehr viel Arbeit haben. Aber prinzipiell sind auch jetzt wieder viele verschiedene Branchen mit von der Partie. Der Mix unter den mehr als 220 Ausstellern stimmt auf alle Fälle. Zumal sich der „Häuslbauer“ ja das ganze Jahr über informiert. Und geplant wird auch nicht nur im Frühjahr. Selbst die Gärtner sind jetzt dabei und freuen sich darauf, ihre Kunden für die nächste Gartensaison beraten zu können.

Das heißt Bauen & Wohnen ist auch diesmal das Hauptthema?

Drechsler: Mit allen Facetten. Natürlich gibt’s aber auch andere Schwerpunkte: E-Mobilität zum Beispiel. Oder erstmals die „Wunderwelt Direktvertrieb“.

Was darf man sich da erwarten?

Drechsler: Nicht weniger als 30 Direktberater werden da ihre Markenprodukte präsentieren – da gibt’s eine enorme Vielfalt an Markenprodukten und viel Beratungs-Know-how – unsere Besucher dürfen sich wirklich freuen.

Die WISA wird dieses Mal in den festen Hallen des VAZ stattfinden – hilft da die Vergrößerung, die ja in den letzten Monaten abgeschlossen wurde?

Drechsler: Natürlich helfen uns die 1.900 Quadratmeter mehr. Zum einen können wir mehr Ausstellern Platz bieten. Zum anderen tun wir uns bei den Covid-Maßnahmen leichter. Da hilft auch das viel größere Messe-Restaurant.

Covid-Maßnahmen ist ein gutes Stichwort – wie werden die ausschauen?

Drechsler: Wir haben ein Präventions-Konzept eingereicht, das von der Behörde voll und ganz abgenommen und bestätigt wurde. So haben wir etwa die Anzahl der Kassen verdoppelt, um bei den Eingängen großes Gedränge zu vermeiden. Wichtig ist ja das Abstandhalten und die Hygiene. Deshalb wird es in den Hallen auch 20 Desinfektions-Automaten geben.

Und wie schaut es mit der Maskenpflicht aus?

Drechsler: Momentan – und ich möchte betonen momentan – ist uns keine vorgeschrieben worden. Aber zum einen kann sich das natürlich bis zum Messe-Termin noch ändern. Und zum anderen sollte jeder eine Maske tragen, wenn er sich so wohler fühlt. Mitnehmen würde ich sie auf alle Fälle.

Last but not least – was wünschen Sie sich für ihre erste Herbst-WISA?

Drechsler: Dass sie von den Besuchern angenommen wird und meine Aussteller gute Geschäfte machen. Gerade jetzt ist das enorm wichtig, um die Wirtschaft nach der Corona-Krise zügig und nachhaltig wieder in Gang zu bringen. Ich kann versprechen, dass auf die Besucher – trotz der verkleinerter Ausgabe – viele Neuheiten der diversen Branchen und ein tolles Messe-Erlebnis wartet.