Eine wunderbare Aufgabe. Bürgermeister Johannes Heuras über seine Arbeit in der Marktgemeinde St. Peter in der Au.

Erstellt am 07. Oktober 2019 (13:03)
Sabine Hummer

Das Schloss und ein Obstbaum. St. Peter in der Au trägt neuerdings zwei typische Symbole im Logo. Was waren die Beweggründe für den Relaunch?
BGM Johannes Heuras: Ein moderner einheitlicher Markenauftritt ist heute auch für Gemeinden notwendig. Die alte Gemeinde-Homepage war schon in die Jahre gekommen und nicht mehr Smartphone-tauglich. In einer Arbeitsgruppe haben wir uns dann intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Auch die Gemeindezeitung und sämtliche Drucksorten wurden erneuert. Ein neues gemeinsames Logo stand dabei im Zentrum. Das Schloss als gesellschaftlicher Angelpunkt, sowie die Mostviertler Hügellandschaft und der Obstbaum spiegeln die Identität unserer Gemeinde wider.

Mit welchen Neuerungen kann die Gemeinde-Homepage aufwarten?
Heuras: Wir wollten die Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit verbessern und so das Bürgerservice erhöhen. Neben der angesprochenen Smartphone-Tauglichkeit ist es vor allem der deutlich erweiterte Veranstaltungskalender, der sehr funktional die Möglichkeit für Selbst-Einträge und in der Abfrage eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten bietet. Dazu hat jeder Verein und auch jede Firma einen eigenen Zugang, um auch eine eigene Seite mit Informationen über sich zu befüllen. Aber nicht nur die Homepage, auch unser Infoblatt ist deutlich strukturierter und insgesamt ansprechender für die Leserinnen und Leser geworden.

Wenn wir schon beim Thema online sind: Wie steht es um den Ausbau der digitalen Zukunft in St. Peter/Au?
Heuras: Die Anbindung an die digitale Welt wird zukünftig unumgänglich. Glasfaserleitungen sind für mich in Zukunft zweifellos wichtige Lebensadern gerade für den ländlichen Raum. Mit 60 Quadratkilometern Fläche ist es für unsere Gemeinde eine große Herausforderung. Schon in den letzten Jahren haben wir hier unsere Hausaufgaben gemacht. So werden etwa mit Kanal- oder Wasserleitungsgrabungen auch Leerrohre mitverlegt. Fast jeden fünften Haushalt konnten wir so bereits erreichen.
Nun hoffen wir, dass die bisherigen Bemühungen ausreichen, um das Interesse der nöGIG, einer Gesellschaft des Landes zum Ausbau von Breitbandinternet, zu wecken. Wir werden den Ausbau aber in jedem Fall weiterhin offensiv vorantreiben.

Wie steht es um die Bevölkerungsentwicklung in St. Peter/Au – Stichwort „Landflucht“?
Heuras: Von Landflucht kann bei uns keine Rede sein. Wir wachsen stetig und sind mit 5219 Hauptwohnsitz-Einwohnern die viertgrößte Gemeinde im Bezirk Amstetten. St. Peter/Au ist eine Wohngemeinde mit hoher Lebensqualität und sehr guter Infrastruktur. Mit der zentralen Lage zwischen Amstetten, Steyr und Waidhofen/Ybbs kann man in St. Peter/Au wirklich von einem pulsierenden Zentrum im Herzen des Mostviertels sprechen.

Baugründe sind also sehr gefragt in Ihrer Gemeinde?
Heuras: Die Nachfrage nach Bauplätzen übersteigt das Angebot um ein Vielfaches. Es sollte aber nicht vordringliches Anliegen sein, um jeden Preis im großen Stil das Wachstum voranzutreiben. Mein erklärtes Ziel ist es, allen Gemeindebürgern die Möglichkeit bieten zu können, im Ort zu bleiben.
Vor allem die vielen Leerparzellen, die vor Jahrzehnten ohne Bauzwang gewidmet wurden und nun nicht bebaut werden, wären hierfür natürlich ideal, wenn sie verfügbar gemacht würden. Ich verstehe aber jeden Grundbesitzer, der beim derzeitigen Zinsniveau lieber Grundbesitz vorzieht.
Aber einen positiven Nebeneffekt gibt es dabei auch.

Welchen?
Heuras: Es gibt so gut wie keine leer stehenden Häuser, da diese sofort das Interesse von Käufern wecken und anschließend liebevoll saniert und umgebaut werden. Hier ist es meist nicht einmal erforderlich Inserate zu schalten oder einen Makler zu engagieren.

Eine andere Frage: Welchen Beruf würden Sie wählen, wenn Sie nicht Bürgermeister wären?
Heuras: Das ist leicht zu beantworten, da ich, bevor ich Bürgermeister sein durfte, als Jurist beim Land NÖ gearbeitet habe. Auch jetzt bin ich noch einen Tag pro Woche auf der BH Melk, wo ich für Polizeiangelegenheiten und Katastrophenschutz zuständig bin, tätig. Dies war mir immer wichtig, da ich dadurch in der glücklichen Lage bin, nicht als Berufspolitiker von meinem Bürgermeisteramt abhängig zu sein. Zudem macht es mich auch freier bei Entscheidungen.

Sabine Hummer
Stolz auf das neue Design samt Gemeinde-Logo: Bürgermeister Johannes Heuras, Schlossmanagerin Sabine Hummer, Amtsleiter Josef Maderthaner und Andrea Radl vom Bürgerservice.

Heißt, der Schritt in die Kommunalpolitik hat sich für Sie bisher als richtig  herausgestellt?
Heuras: Vor viereinhalb Jahren habe ich mit 29 Jahren als Quereinsteiger das Bürgermeisteramt übernommen und seither stets daran gearbeitet, dem großen Vertrauensvorschuss gerecht zu werden. Es macht nach wie vor demütig, diese wunderbare Aufgabe erfüllen zu dürfen und sozusagen vor der eigenen Haustüre Lebensräume zu gestalten. Ich liebe den direkten Kontakt mit den Menschen im Ort, um ihre unmittelbaren Anliegen aufzunehmen – auch die unangenehmen. Wichtig in der Gemeindepolitik ist, dass man miteinander redet und sich gegenseitig Respekt entgegenbringt. Deshalb freut es mich auch, dass in meiner Amtszeit von über 300 inhaltlichen Beschlüssen nur drei nicht einstimmig gefasst wurden – das zeigt, dass zusammengearbeitet wird und gemeinsam mehr für St. Peter/Au erreicht wird.