„Ein idealer Baustoff". Geschäftsführer Karl Zwickl über steigende Nachfrage bei Holz, Holz als idealen Baustoff und Wertschöpfung für das Waldviertel.

Erstellt am 07. April 2021 (00:01) – Anzeige
Rund 100 Menschen aus der Region arbeiten bei der Zwickl-Holz GmbH in Raabs. Hier verladen Fabian Ohrfandl, Daniel Cermak und Jakob Gardon (von links) gerade Lärchenbretter für ein Terrassenprojekt.
Zwickl-Holz GmbH, Tanja Wagner, Zwickl-Holz GmbH, Tanja Wagner

„Für das Waldviertel ist die Holzindustrie enorm wichtig, das ist historisch gewachsen. Hier sind auch durch die Bank die Spitzenbetriebe Österreichs ansässig“, sagt Karl Zwickl, Geschäftsführer der Zwickl-Holz GmbH in Raabs. Die Bedeutung lässt sich an dieser Firma ablesen. Zwickl ist der größte Lärchenholz-Betrieb in Österreich.

Mühle seit dem 18. Jahrhundert. Etwa 100 Mitarbeiter verdienen hier ihr täglich Brot – an zwei Standorten. Neben dem Stammwerk mit Vielblattkreissäge und Hoblerei in Raabs, das auf eine seit dem 18. Jahrhundert hier bestehende Mühle zurückgeht und seit 1885 in Hand der Familie Zwickl ist, zählt seit 1998 auch der tschechische Betrieb Empo in Jemnice (20 km nördlich von Raabs) zur Zwickl-Holz GmbH. „Das sind alles Arbeitsplätze für die Region, für Menschen aus der Region“, betont Karl Zwickl, der seit 1995 den Betrieb führt – seit 2019 gemeinsam mit Tochter Julia.

Ein idealer Baustoff. 70.000 Festmeter Lärchen-Rundholz verarbeitet Zwickl-Holz jährlich – dazu etwa 5.000 fm Fichte und Kiefer. „Die Nachfrage wird immer größer, die Menschen möchten mehr Holzanteile an ihren Häusern haben“, erklärt Zwickl. Der Klassiker, Terrassen mit Lärchenbohlen, habe während der Coronazeit einen Boom erfahren.

„Holz ist ein idealer Baustoff – natürlich wachsend, nachwachsend, leicht verarbeitbar, flexibel einsetzbar. Durch neue Technologien kann Holz immer besser eingesetzt werden“, schildert Zwickl. „Auch, dass Holz in puncto Brandsicherheit sehr gut ist, wird immer bewusster. Metall wird irgendwann zu heiß und gibt nach. Ein Holz-Tram brennt sehr lange, bis der einmal bricht. Dazu wird laufend entwickelt, um Holz noch weniger anfällig zu machen.“

Auch das steckt hinter jedem Lkw. Insgesamt sind alleine im Waldviertel rund 4.700 Menschen in der Holzindustrie beschäftigt – mehr als 80 Prozent der niederösterreichweit in dieser Branche beschäftigten Menschen. Die jährlichen Arbeitnehmerentgelte belaufen sich auf rund 208 Millionen Euro. „Die Wertschöpfung bleibt komplett im Waldviertel, hier wird viel investiert – auch in der Covid-Zeit“, betont Zwickl. „Die Holzbetriebe sichern im Waldviertel zahlreiche Arbeitsplätze. Hinter jedem Holz-Lkw, dem man auf der Straße nachfährt, steckt auch das.“

KOMMENTAR

Holz ist „in“

Franz Schrimpl
Obmann proHolz Niederösterreich
privat,

Bauen aus Holz ist „in“. Fast ein Viertel des gesamten Bau- volumens in Österreich entfällt bereits auf den Holzbau – Tendenz steigend. Und das ist gut so. Denn Holz ist nicht nur ein attraktiver Baustoff. Auch das Klima profitiert davon.

Erstens, weil Holz ein Rohstoff ist, der wieder nachwächst. Wird Holz als Baumaterial für ein Haus eingesetzt, wächst es in der Zeit seiner Nutzung im Wald wieder nach. Und zweitens, weil Holz CO ² einspart. Allein dadurch, dass andere Stoffe ersetzt werden, werden durch aus Holz aus unseren Wäldern hergestellte Produkte acht Millionen Tonnen CO ² im Jahr eingespart. Aktiv bewirtschaftete Wälder und eine engagierte Holzindustrie tun unserem Klima gut. Holz zu nützen heißt auch, das Klima zu schützen.