Bezirk Tulln: Grüne Wasserkraft aus Greifenstein

Erstellt am 23. März 2022 | 04:39
Lesezeit: 2 Min
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Dammbauten im Rückstaubereich des Kraftwerks Greifenstein bewahren Tulln vor Hochwasser und ermöglichten eine umfangreiche Neugestaltung der Donaulände.
Foto: Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst
Dämme im Rückstaubereich des Kraftwerks Greifenstein bilden das Fundament für die heutige Donaulandschaft im Bezirk Tulln.
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Foto: NOEN

Vergangene Woche widmete sich diese Serie dem Donaukraftwerk in Altenwörth, das seit 1976 in Betrieb ist. Jetzt begeben wir uns weiter stromabwärts nach Greifenstein, wo seit 1985 das zweite Laufkraftwerk im Bezirk Strom produziert.

Die Verbund-Website erklärt, wie so ein Kraftwerk funktioniert: „Es nutzt das natürliche Gefälle eines Fließgewässers und die Geschwindigkeit der Strömung. Das Wasser wird zusätzlich aufgestaut, um den Höhenunterschied zwischen Oberwasser und Unterwasser auf sechs bis 15 Meter zu steigern. Über dieses Gefälle ‚stürzt‘ das Wasser in die Tiefe und wird gezielt auf eine Turbine gelenkt. Diese treibt einen Generator an, der den Strom erzeugt.

Neun horizontale Kaplan-Rohrturbinen erzeugen in Greifenstein im Durchschnitt 1.753 Gigawattstunden Strom pro Jahr und versorgen damit rund 377.000 Haushalte.

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Ein Bild vom Bau des Kraftwerks Greifenstein aus dem Jahr 1983.
Foto: Verbund

Zwischen 2016 und 2017 erhielt das Kraftwerk einen naturnahen Umgehungsbach als Fischwanderhilfe. Auf mehr als vier Kilometern finden die Fische neuen Lebensraum und eine Passage ums Kraftwerk herum.

Neuer Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen entstand entlang der Donau bereits im Zuge der Bauarbeiten für das Kraftwerk Greifenstein. Der Fluss erhielt beidseitig mächtige Hochwasserschutzdämme, die die Landschaft zwischen den beiden Wasserkraftwerken stark veränderte und gleichzeitig die Bedrohung der Stadt Tulln durch Hochwasser bannte.

Dies war der Grundstein für die Donaulände wie wir sie heute kennen: Eine ausgedehnte Grünzone im Stadtgebiet, die als Freizeit- und Erholungsraum genützt wird, und Ausflugswege entlang des Ufers für Radfahrer und andere Sportarten.

Garten Tulln, Egon Schiele Museum, Stadtmuseum und Donaubühne ziehen sowohl Einheimische als auch Gäste an. Wiesen, gemütliche Sitzgelegenheiten sowie das 1979 eröffnete Aubad laden zum Verweilen ein.

Im Kontrast dazu steht der naturbelassene Auwald, der - auch durch die spätere Revitalisierung der Donau-Altarme - unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten beherbergt.

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