St. Severins Altpfarrer Schwinner: 690 Hochzeiten und 2.947 Taufen

Beachtliche Zahlen, doch das Wirken von „Pfarrer in Reichweite“ Anton Schwinner in der Tullner Pfarre ist noch viel umfangreicher.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:11
Lesezeit: 2 Min

Wer „40 Jahre Pfarre St. Severin“ sagt, der muss auch „Pfarrer Anton Schwinner“ sagen. Von Pension oder gar (Un-)Ruhestand will der Priester, der die jüngere der beiden Tullner Pfarren 37 Jahre lang geprägt hat, nichts hören. Er feierte bis heute alleine in Tulln 690 Hochzeiten und 2.947 Taufen, hilft noch immer gerne mit und bevorzugt die Bezeichnung „Pfarrer in Reichweite“.

Anzeige

NÖN: Wie war das, als Sie im September 1972 nach Tulln kamen?

Anton Schwinner: Meinen Dienst habe ich als Kaplan in St. Stephan angetreten, aber ich war auch von Anfang an als religiöser Betreuer für die damalige Filialkirche St. Severin zuständig. Wir hatten gleich ein tolles Team und haben uns so richtig „reingetigert“.

Wie gestaltete sich der Übergang vom Seelsorgezentrum zur eigenständigen Pfarre?

In unserem Gebiet gab es damals Parzellierungen und damit immer mehr Zuzug. Bei einer Generalvisitation im Mai 1979 in St. Stephan besuchte Bischof Franz Zak das Seelsorgezentrum. Als er vor zahlreichen Gläubigen die Möglichkeit ansprach, dass St. Severin eine eigenständige Pfarre werden könnte, erntete er spontanen, tosenden und anhaltenden Applaus. Ein wichtiger Schritt dafür, dass ein Traum, den viele träumten, Wirklichkeit werden konnte.

„Die Severiner sind eine starke und lebendige Gemeinschaft. Wir hatten oft bis zu 30 Ministrantinnen und Ministranten.“

Im Jänner 1982 war es so weit: St. Severin feierte Pfarrerhebung. Was waren wesentliche Auswirkungen?

Ideal mitgespielt hat, dass es in der Diözese bis dahin keine Pfarre des Heiligen Severin gab und dass wir am 8. Jänner 1982 den 1500. Todestag unseres Namensheiligen begehen durften. Was die Auswirkungen angeht: Für Kontakte ist es wichtig, dass ein Pfarrer direkt vor Ort wohnt und für die Menschen da ist. Das wurde mit der Erhebung möglich.

Ein gutes Stichwort. Kontakte mit Menschen und Gemeinschaft sind Ihnen besondere Anliegen …

Die Severiner sind eine starke und lebendige Gemeinschaft. Ab der Eröffnung des neuen Pfarrzentrums haben wir großartige Pfarrfeste gefeiert. Wir hatten oft bis zu 30 Ministrantinnen und Ministranten. Ich denke aber auch an unzählige Kleinkinder- und Familiengottesdienste, die Bastel- oder die Pensionistenrunde. Besonders schön ist, dass aus unserer Pfarre mit Wolfgang Auhser ein Priester hervorgegangen ist. Er war Pfarrer in Thaya, ist aber leider schon verstorben. Es gibt unzählige Stützen in unserer Gemeinschaft, besonders erwähnen möchte ich Pastoralassistent Stefan Mayerhofer. Er hat sich immer stark um soziale Belange gekümmert, von der Caritas bis zur Flüchtlingsbetreuung, als neben der Kirche die Container aufgestellt waren.