1971 - ein Jahr von Belang für Großweikersdorf. Die Großgemeinde Großweikersdorf mit ihren sieben Ortschaften blickt auf ihre Entwicklung seit 1971 zurück. Im selben Jahr wurde auch das Freibad eröffnet.

Von Christa Wallak. Erstellt am 27. April 2021 (17:30)
Im Vordergrund: Bundesminister Leopold Gratz (l.) und Bürgermeister Franz Schlegelhofer (2. v.l.) bei der Eröffnung der Sportanlage am 26. Juni 1971.
Karl Wanek, Karl Wanek

Während viele Gemeinden erst durch das Kommunalstrukturverbesserungsgesetz 1971 zusammengelegt wurden, war Großweikersdorf damals seiner Zeit voraus. Hier wurde die Großgemeinde bereits mit 1. Jänner 1971 Realität. 1967 vereinigten sich Ameistal und Baumgarten am Wagram mit der Gemeinde Großweikersdorf, 1970 schlossen sich Groß- und Kleinwiesendorf, Ruppersthal und Tiefenthal an.

Ex-Bürgermeister Stadler blickt zurück

Ferdinand Stadler war damals Bürgermeister von Großwiesendorf und weiß viele Details: „Das Ziel, warum sich kleine Gemeinden zu Großgemeinden zusammenschlossen, war, jede Gemeinde sollte größer als 1.000 Einwohner sein. In Großwiesendorf fiel der einstimmige Beschluss zur Zusammenlegung mit Großweikersdorf am 29. August 1970 im Gemeinderat. Es folgten wichtige Entscheidungen, zum Beispiel 1972 die gesetzliche Müllabfuhr und 1978 der Bau der örtlichen zentralen Wasserversorgung.“

Franz Schlegelhofer war von 1960 bis 1976 Bürgermeister in Großweikersdorf und somit auch der erste Bürgermeister der Großgemeinde. In den eingemeindeten Orten wurden Ortsvorsteher eingerichtet.

„Um in den Katastralgemeinden nach der Aufgabe ihrer Eigenständigkeit des Zusammenleben zu erhalten, hat die NÖ Landesregierung das Konzept der Dorferneuerung beschlossen. Es entstanden Klubs, Verschönerungsvereine und Dorfgemeinschaften“, erzählt Stadler.

„Das Zugehörigkeitsgefühl zur Großgemeinde hat sich am langsamsten in Ruppersthal entwickelt“, meint der heutige Bürgermeister Alois Zetsch. „Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass erst zwei Generationen von dort die Schule in Großweikersdorf besuchen, früher fuhren sie nach Kirchberg.“

Ein Unterschied zu Großweikersdorf prägt noch die Katastralgemeinden, betont der Bürgermeister: „Das dörfliche Leben und das Miteinander funktionieren dort gut. Das zeigt sich bei gemeinsamen Aktivitäten oder zum Beispiel beim Pflegen öffentlicher Grünflächen.“

Die Entwicklung der Gemeinde seit 1971

Die Wohnbevölkerung in Großweikersdorf ist von 1971 bis 2020 von circa 2.600 auf 3.200 Personen angestiegen. Laut einem Bericht in der aktuellen Gemeindezeitung stieg in diesem Zeitraum die Zahl der Häuser/Gebäude von rund 800 auf 1.400, der nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten (Gewerbe, öffentliche Stellen) von etwa 70 auf 170 und der in der Gemeinde Berufstätigen von circa 660 auf 850 Personen.

Seit 50 Jahren gibt es auch die Sportanlage mit dem Freibad in Großweikersdorf. Zur Eröffnung kam sogar der damalige Bundesminister für Unterricht und Kunst, Leopold Gratz.

„Sobald Corona es zulässt, wollen wir diese zwei Jubiläen auch gebührend feiern“, meint Zetsch. Nach den vor Kurzem angekündigten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen stehen die Chancen dafür ja ganz gut.