Bezirk Tulln: Kinderarzt gesucht

Erstellt am 06. Dezember 2022 | 20:05
Lesezeit: 3 Min
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Für die Kassenstelle für Kinder- und Jugendheilkunde in Tulln finden sich keine Bewerber. Alle anderen Planstellen im Bezirk sind besetzt.
Foto: shutterstock, Oksana Kuzmina
Seit vier Jahren ist eine Kassenstelle unbesetzt, erstes PVZ eröffnet Mitte 2023.
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Immer wieder warnt die Ärztekammer vor einem Ärztemangel und seinen Folgen. Wie sieht die ärztliche Versorgung im Bezirk Tulln aus? „Die Kassenstellen für Allgemeinmedizin sind alle besetzt, vakant ist seit 1. April 2019 eine Planstelle für Kinder- und Jugendheilkunde in Tulln. Für die Besetzung gibt es eine Anschubfinanzierung von bis zu 70.000 Euro“, informiert die Österreichische Gesundheitskasse.

Gestiegene Frequenzen im Uniklinikum

Die Website der Ärztekammer NÖ listet für den Bezirk Tulln (ohne Klosterneuburg) 13 Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde auf. Nur Herbert Raschbacher ist Kassenarzt, die zwölf weiteren sind Wahlärztinnen und Wahlärzte.

Über spürbar gestiegene Frequenzen in der Kinderambulanz berichtet das Universitätsklinikum Tulln: „Es kommt auch vor, dass uns Eltern erzählen, dass sie aufgrund des Kinderärztemangels in der Umgebung unsere Ambulanz aufsuchen. Klar ist aber, dass unsere Kliniken einen anderen Versorgungsauftrag haben und wir mit unseren Ressourcen keinesfalls generell die Grundversorgung des niedergelassenen Bereichs tragen bzw. ersetzen können.“

Karl Zwiauer, langjähriger Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Universitätsklinikum St. Pölten, meinte am Sonntag in einem ZiB2-Interview, es sei derzeit nicht sehr attraktiv im niedergelassenen Bereich Kinderarzt zu werden. Es sei eine Frage der Honorare, die derzeit neu verhandelt werden. Er hofft, dass dies zu einem Ergebnis führt, dass „es nicht nur für enthusiastisch emotional begeisterte Menschen interessant ist, Kinderarzt zu werden, sondern auch einen finanziellen Anreiz gibt.“

Neue Ärztinnen und ein Gesundheitszentrum

Zwei Allgemeinmedizinerinnen haben in diesem Jahr eine Praxis im Bezirk neu übernommen. In Königstetten folgte Julia Toscani auf Wolfgang Brunner. In der Marktgemeinde Königsbrunn wurde die Gemeindeärztin Christa Oberhofer von Sigrid Mayer abgelöst.

In sogenannten Primärversorgungszentren (PVZ) sollen zukünftig Allgemeinmediziner zusammen mit anderen Gesundheitsberufen die medizinische Versorgung gewährleisten. Ein solches Primärversorgungszentrum entsteht gerade in Pixendorf. „Im Gesundheitszentrum Tullnerfeld werden sechs Allgemeinmediziner, ein Zahnarzt mit Kassenvertrag, einige Wahlfachärzte und Physiotherapeuten unter einem Dach tätig sein“, informiert Michael Kaiblinger, der derzeit eine Ordination in Judenau hat.

Ein weiterer Pluspunkt für die Patientinnen und Patienten sind die Öffnungszeiten: montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, ganzjährig und ohne Urlaubsunterbrechung. Das Gesundheitszentrum Tullnerfeld wird voraussichtlich Mitte 2023 eröffnet.

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