Aktion scharf der Finanz

Erstellt am 24. August 2011 | 00:00
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
BÖSES ERWACHEN / Zahlreichen Betrieben des Absberger Kellergassenfestes flattert demnächst eine Anzeige ins Haus. Die Volksseele am Wagram indes kocht!
Werbung
Anzeige

VON DORIS FIRMKRANZ

BEZIRK TULLN / Das Absberger Kellergassenfest am vergangenen Wochenende wurde von Besuchern förmlich gestürmt. Doch unter den Unmengen von Menschen befanden sich auch einige ungebetene Gäste: Beamte der Finanzpolizei.

Nahezu alle kontrollierten  Betriebe beanstandet

Diese überprüften den Großteil der über 20 Teilnehmer und kamen zu einem schockierenden Ergebnis: Nahezu alle kontrollierten Betriebe hatten entweder gegen die Gewerbeordnung oder das ASVG verstoßen. „Viele konnten keine Konzession zum Verkauf warmer Speisen vorweisen, oder beschäftigten Mitarbeiter, die nicht aus dem Familienkreis stammen“, so Teamleiter Manfred Baumgartner.

„Von uns wird nur der Sachverhalt an die zuständige Behörde weitergeleitet. Daher wurden auch keine Betriebsschließungen vor Ort vorgenommen.“ Die betroffenen Betriebe werden jedoch angezeigt. Bei den Behörden liegt dann auch die Entscheidung, ob und in welchem Ausmaß gestraft wird.

Die Bezirkshauptmannschaft will die Sache „mit Augenmaß“ behandeln. „Es gilt, die Tradition der Kellergassenfeste aufrechtzuerhalten. Deshalb setzen wir schon im Vorfeld auf Information und Aufklärung. Andererseits müssen gesetzliche Rahmen eingehalten werden“, so Bezirkshauptmann Mag. Andreas Riemer. Eine Aktion solchen Ausmaßes sei aber für ihn neu.

„Am Land ist es üblich, dass  einer dem anderen hilft.“

Seit der laut Betroffenen „überfallsartigen Kontrolle“ ist Feuer am Dach des Wagrams. Von „Ostblockmethoden“ ist die Rede. So sieht etwa Franz Nefischer nicht ein, dass er sich so etwas gefallen lassen muss, „nur weil ich einem guten Freund vier oder fünf Stunden aushelfe. Bei uns am Land ist das eben üblich, dass einer dem anderen aushilft.“

In den nächsten Wochen brauche sich in Absdorf jedenfalls kein Politiker mit Schlagworten wie ,Jahr der Freiwilligen‘ anschauen lassen. „Wenn das so läuft, macht bald niemand mehr etwas und die mühsam revitalisierten Kellergassen verfallen wieder“, befürchtet Nefischer.

„Wollen nur Gerechtigkeit im  Wettbewerb schaffen.“

„Wir wollen den Wildwuchs bekämpfen“, rechtfertigt Baumgartner die Aktion, „viele Betriebe sind weit entfernt von landwirtschaftlicher Natur. Es ist unser gesetzlicher Auftrag, diese ungerechte Wettbewerbsverzerrung zu unterbinden.“ Weitere Kontrollen sind laut Baumgartner nicht auszuschließen.

Werbung