Aus für das "Tomorrow"
Heuer wird es in Zwentendorf definitiv kein Tomorrow-Festival geben. Dreimal fand das Global 2000 Tomorrow Festival am Gelände des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerkes statt. Besonders 2014 konnte sich das Line-up mit Stars wie Cro, Klingande, Jennifer Rostock oder Deichkind sehen lassen.
Keine Vergnügungsteuer und Außenstände bei Florianis
Grund dafür ist ein Insolvenzverfahren, das über die Veranstalter des Tomorrow-Festivals eröffnet wurde. „Sie sind ihrer Verpflichtung, die Vergnügungsteuer - wie jeder andere Verein - abzuführen, nicht nachgekommen“, weiß Bürgermeister Hermann Kühtreiber.
Auch bei den Feuerwehren soll es noch Außenstände geben. Das bestätigt Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Obermaißer: „Fünf Feuerwehren im Zwentendorfer Gemeindegebiet haben kein Geld für die Brandsicherheitswache bekommen.“ Deswegen habe man sich der Klage angeschlossen.
Schlechtes Wetter der vergangenen Jahre als Grundübel
Seitens Global 2000 betont Karin Nakhai: „Wir sehen das Festival dennoch als Erfolg, der Umweltschutznutzen war sehr groß, außerdem konnte so auf das Atommüllendlager aufmerksam gemacht werden.“ Bezüglich der Insolvenz verweist sie auf den Veranstalter Green Planet.
„2013 wurden wir komplett überflutet und 2014 war es auch nicht viel besser“, sieht Michael Seilhauer von Green Planet vor allem im schlechten Wetter der letzten beiden Jahre die Gründe für die Insolvenz.
Man hätte zwar - wie schon ein Mal zuvor - auf eine außergerichtliche Einigung gehofft, aber die sei leider nicht zustande gekommen. „Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet, es handelt sich großteils um Restzahlungen“, so Seilhauer.
„Wir sind zuversichtlich, dass es 2016 bei gutem Wetter
wieder ein Musikfestival am AKW-Gelände geben wird.“
EVN-Pressesprecher Stefan Zach
Bei der Mitgliederversammlung der FF Zwentendorf gab Bürgermeister Hermann Kühtreiber übrigens bekannt, dass er keine Zustimmung mehr für ein weiteres Tomorrow-Festival geben werde (die Tullner NÖN berichtete). Hauptgrund neben der Insolvenz für Kühtreiber: „Es sind mehrere Jugendliche definitiv erstmals beim Festival mit Drogen in Kontakt gekommen.“
Ob die Veranstaltung tatsächlich wieder stattfindet, entscheidet aber die Bezirkshauptmannschaft Tulln , die als Veranstaltungsbehörde gilt.
Laut Bezirkshauptmann-Stellvertreter Josef Wanek will man von Drogen beim Festival nichts gewusst haben. „Es hat keine Hinweise diesbezüglich gegeben, aber die Polizei hat auch Kontrollen durchgeführt.“ Wanek will eine Zustimmung zu einer künftigen Veranstaltung übrigens nicht ausschließen: „Wenn das Konzept im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt ist, dann müssen wir sogar die Veranstaltung genehmigen.“
Pressesprecher Stefan Zach vom Hausherrn EVN findet es schade, dass es heuer kein Festival gibt: „Das erste Jahr hatten wir alle eine Freude daran, aber dann wurde es schwieriger. Wir sind aber zuversichtlich, dass es 2016 bei gutem Wetter wieder ein Musikfestival am AKW-Gelände geben wird.“ Man stelle das Areal nämlich gerne für sinnvolle Veranstaltungen zur Verfügung.
„Wir haben uns in langen Gesprächen mit dem Veranstalter geeinigt, dass wir 2015 eine Pause machen und Ende des Jahres mit einer guten Planung starten und die Situation neu bewerten werden.“ Wichtig sei, die Akzeptanz der Gemeinde und, dass die Veranstaltung ordentlich und sauber über die Bühne gehe.
Bürgermeister Hermann Kühtreiber gibt abschließend zu bedenken: „Es kommt auf die Veranstaltung an. Man kann nur mitreden und die Bedenken diesbezüglich deponieren.“