Umbau schreitet voran: Mehr als ein einfacher Bahnhof. Im Oktober wird erst offiziell eröffnet, doch das neue Schmuckkasterl kann sich schon sehen lassen. Die NÖN wagte einen ersten Blick.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 08. August 2018 (04:45)
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Der Tullner Bahnhof ließ in der Vorwoche seine Hüllen fallen. Zum Vorschein kam das neue Schmuckkasterl der Stadt. Allmählich kann man sich darunter auch tatsächlich etwas vorstellen. Bis zur Eröffnung am 18. Oktober sind nur noch minimale Arbeiten zu erledigen. Die NÖN machte einen kleinen ersten Rundegang.

Das Grün des Schiele-Geburtshauses ist weg, es ist einem lachs-mango ähnlichen Farbton gewichen. Frisch und einladend schaut es aus. Am Vorplatz und am Personendurchgang wird noch gearbeitet. Die dicken Staubwolken sind aber auch hier verschwunden, mit Ausnahme denen eines Baggers, der den Abriss des sogenannten „Gedesag-Gebäudes“ in Angriff nahm.

Alex Erber

Im Durchgang sind noch die einen oder anderen Seufzer einer Flex zu vernehmen. Sie schneidet die Bodenplatten für den neuen Belag in die richtige Größe. Auch die Bahnsteige sind allmählich ebenfalls als solche wahrzunehmen. Auf der Rückseite des Bahnhofes sind bereits große Bike & Ride-Plätze entstanden.

„Platz für 100 Fahrräder und 20 motorisierte Zweiräder“, heißt es seitens der ÖBB und weiter: „Wir sind voll im Zeitplan. Im September noch werden die kundenrelevanten Maßnahmen fertig. 2019 wird es zwar noch Restarbeiten geben, wie Lärmschutz, das hat aber mit dem Bahnhof an sich nichts mehr zu tun.“ Der Budgetrahmen von 42,5 Millionen Euro konnte ebenfalls eingehalten werden.

ÖBB sind voll im Zeit- und Budgetplan

Der Umbau erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, das heißt, es waren auch gewisse Auflagen penibel zu erfüllen. Schließlich handelt es sich beim Bahnhofsgebäude um das Geburtshaus eines der größten Söhne der Stadt, nämlich Egon Schiele. Das Geburtshaus hat neben einem neuen Anstrich auch innen eine Sanierung erhalten, die sei, laut ÖBB, aber Angelegenheit der Stadtgemeinde Tulln.

„Der Tullner Bahnhof ist uns schon sehr wichtig, da täglich über 8.000 Menschen hier ein-, aus- und umsteigen“, so die ÖBB. Barrierefreiheit wurde bei der Planung auch groß geschrieben. Zwei barrierefreie Inselbahnsteige stehen bald zur Verfügung, die mittels Lift für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen einfach erreichbar sein werden. Dort wird es auch jeweils eine Wartekoje geben, um sich bei Schlechtwetter zurückziehen zu können.

„Die Bahnsteige sind dann alle am neuesten Stand der Technik. Mit Zielfahrtanzeiger und Lautsprechern, so wie man das auch von den anderen neuen Bahnhöfen österreichweit kennt“, versichert die ÖBB.

„Der Tullner Bahnhof ist uns schon sehr wichtig, da täglich über 8.000 Menschen hier ein-, aus- und umsteigen“

Ein Ticketautomat wird im Personendurchgang bleiben, ob es einen zweiten geben wird, sei derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen.

Beim Personendurchgang soll Ende September eine Filiale einer Bäckerei-Kette aufmachen. Rund um den Bahnhof wird derzeit noch fleißig gearbeitet, der Vorplatz neu gestaltet. Der Lärmschutz soll auch hier eine wichtige Rolle spielen. Der Park & Ride-Parkplatz soll ein besser organisiertes Leitsystem und Wegleitekonzept sowie eine neue Lichtausstattung erhalten.

80 neue Wohnungen im „Schielehof“

Anstelle des abgerissenen Versorgungshauses der ÖBB auf der Westseite, soll ein großer Wohnbau entstehen. Passend ob des Standortes wird das Gebäude „Schielehof“ heißen. Dabei handelt es sich um einen länglichen Bau mit 80 Wohneinheiten auf vier bis fünf Geschoßen, der parallel zu den Gleisanlagen stadteinwärts ausgerichtet wird. Die Gedesag (Gemeinnützige Donau- Ennstaler Siedlungs- Aktiengesellschaft) wird als Bauträger fungieren. Dabei wird auf eine energieoptimierte Bauweise Wert gelegt, geplant ist ein umfassender Lärmschutz, eine lärmabsorbierender Fassade in Richtung der Bahngleise und eine Tiefgarage.

Illustration Gedesag
2019 soll mit dem Bau des „Schielehofes“ begonnen werden. Dabei sollen 80 neue Wohnungen entstehen.

Die Stadtgemeinde Tulln gab dazu bereits bei der Gemeinderatssitzung im März grünes Licht. Der Baubeginn ist voraussichtlich 2019, nach Beendigung der Bauarbeiten am Bahnhof. Die Fläche wird derzeit noch von den ÖBB als Lagerfläche genützt und soll danach an die Wohnungsgenossenschaft übergeben werden. Nach den Bauarbeiten soll auch die Bahnhofstraße saniert werden sowie ein Rad- und Gehweg entstehen. Die Anlagen werden nach der Fertigstellung ins öffentliche Gut übernommen.

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