Boden im Bezirk Tulln ist Gold wert. Im Tullner Bezirk explodieren die Grundstückspreise. Einige Gemeinden drosseln Zuzug.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:30)
Wohnbau
Symbolbild
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Im Zuge einer OGM-Analyse wurden die Grundstückspreise und die Einkommen im Bezirk Tulln in Relation gesetzt und auf Gemeindeebene heruntergebrochen. Die meisten Gemeinden liefen unter den Kategorien „sehr schwer leistbar“ bis „schwer leistbar“.

Die Kategorien „sehr gut leistbar“ und „gut leistbar“ waren im Bezirk nicht vertreten. Laut Analyse fällt Tulln in die Kategorie „Kaum leistbar“.

„Die Gemeinde kann einen Bauzwang nur bei Grundstücken festlegen, die sie selbst veräußert.“ Peter Eisenschenk

„Tulln ist ein pulsierendes Zentrum mit florierender Wirtschaft, breit gefächerten Ausbildungsmöglichkeiten und einfach lebenswert“, erklärt der Tullner Bürgermeister Peter Eisenschenk. Demzufolge ist auch die bereits andauernde große Nachfrage an Wohnraum und Baugründen nachvollziehbar, „was sich allerdings auch in der Entwicklung der Preise zeigt.“

Baugründe NÖ
OGM

Eisenschenk spricht von „einer Herausforderung, den Zuzug zu drosseln, damit Infrastruktur und Miteinander nicht leiden.“ Es gilt also eine Balance zu schaffen. Eine aktuelle Bausperre gibt es für das Siedlungsgebiet „Tulln in der Au“.

In Form von Baulücken, sind insgesamt rund 40 Hektar, ca. 15 Prozent der aktuell gewidmeten Wohnbaulandfläche, unbebaut. Der Großteil des freien Baulandes im Gemeindegebiet der Stadtgemeinde Tulln befindet sich im Privateigentum.

Auch in Kirchberg (Kategorie „leistbar“) gibt es Land, das von Privaten zurückgehalten wird. „Im Moment sind hier alle Baulandreserven vergriffen, die Nachfrage ist groß und der Zuzug extrem stark“, weiß Bürgermeister Wolfgang Benedikt. Außerdem will Benedikt nicht „auf Teufel komm raus“ widmen, sondern alles mit Bedacht abwickeln.

Bausperren werden diskutiert, aber „mir ist es lieber, wenn keine kommen“, fügt der Bürgermeister noch hinzu.

Einstimmig für eine zweijährige Bausperre stimmte der Tulbinger Gemeinderat. „Wir wollen nachdenken, wie sich unsere Gemeinde („sehr schwer leistbar“) weiterentwickeln soll“, so Bürgermeister Tomas Buder.

Um eine geordnete Entwicklung des Ortes zu ermöglichen gibt es auch in der Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing eine Bausperre.

Die Stadtgemeinde Tulln legt in neu aufgeschlossenen Siedlungsgebieten immer einen Bauzwang fest. Bei bestehenden Grundstücken in privater Hand gibt es diesen Bauzwang nicht. „Die Gemeinde kann einen Bauzwang nur bei Grundstücken festlegen, die sie selbst veräußert“, so Eisenschenk. Nach fünf Jahren tritt auch der Bauzwang in der Gemeinde Kirchberg in Kraft. „Wenn nicht gebaut wird, hat dann die Gemeinde das Rückkaufsrecht“, betont Bürgermeister Benedikt.

Für in den letzten Jahre gewidmetes Bauland beträgt der Bauzwang in der Gemeinde Großriedenthal (bei der Analyse unter der Kategorie „leistbar“) derzeit 5 Jahre. „Dies könnte aber in Zukunft etwas verkürzt werden. Auf schon vor langer Zeit gewidmetemm Bauland gibt es keine Bauverpflichtung“, erklärt Bürgermeister Franz Schneider.

In Großriedenthal („leistbar“) gibt es keine Bausperren. Hier ist bereits Bauland von Privatpersonen zur Verfügung gestellt worden, „aber andere Private halten Bauland leider zurück“, weiß der Bürgermeister.

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