Twin City Liner fährt Tulln an. Tulln statt Bratislava – die Gartenstadt ist bis auf Weiteres Destination des Tragflügelbootes.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 02. Juni 2020 (14:11)
Auf die Passagiere des Twin City Liners wartet eineBlütenpracht an der Donaulände.
Central Danube Region/Robert Kovacs, Firmkranz

Die Donauregion sowie der Strom selbst stellen nicht nur in Zeiten wie diesen für Sommerfrischler und Ausflügler ein lohnendes Ziel dar. Seit 29. Mai verkehren – nach wochen- und monatelanger Pause aufgrund der Coronakrise – wieder Personenschiffe der DDSG auf der Donau.

Auch der Twin City Liner, der Wien und Bratislava auf dem Wasserweg verbindet, legt wieder ab – und zwar führt das schnittige Tragflügelboot Passagiere nun in entgegengesetzter Richtung nach Tulln.

Nähe der Anlegestelle zur City ist großes Plus

Der Betreiber Central Danube wirbt mit dem Slogan „Tulln – die Gartenhauptstadt Österreichs erleben“ und rückt die Vorzüge der Bezirkshauptstadt, wie das reichhaltige Angebot von Geschäften, Restaurants und Cafès sowie die Donaulände und nicht zuletzt die unmittelbare Nähe der Anlegestelle zum Stadtzentrum ins rechte Licht.

NOEN

Tullns Wirtschaftstreibende erwarten sich einen bedeutenden Impuls und die Stadtväter jubeln. Sie schicken den Tulli-Express im Sonderfahrplan auf Tour. Dieser bringt die Gäste auf kleiner Rundfahrt zur Garten Tulln und wieder zurück zur Schiffsanlegestelle. In der „Natur im Garten“ Erlebniswelt werden in Kürze mehr als 100 Rosensorten in voller Blüte stehen.

Ein Wermutstropfen dämpft den Jubel

Das Ganze wäre zu schön, gäbe es da nicht einen Schönheitsfehler: Die Fahrt in die Gartenhauptstadt Österreichs stellt eine Art Zwischenlösung dar. Weil das Anfahren der slowakischen Hauptstadt derzeit aus bekannten Gründen nicht möglich ist, hat man Ausweichdestinationen gefunden. So wird ab 5. Juni der Schnellkatamaran an jedem Freitag und Samstag in Tulln vor Anker gehen, an Sonn- und Feiertagen stehen Orth an der Donau und Hainburg am Programm. Während die beiden letztgenannten Ziele an der Stammstrecke liegen und in rund einer Stunde erreicht werden können, benötigt man für die Strecke Wien-Tulln aufgrund der Schleuse in Greifenstein etwa doppelt so lang.

Bei der Anlegestelle des Twin City Liners an der Donaulände und mit dem Sujet der Werbekampagne: Bürgermeister Peter Eisenschenk und Tourismus-Stadtrat FranzXaver Hebenstreit.
Stadt-

Mit dem sogenannten „Austria-Ticket“ erfolgt die Abfahrt von Wien freitags und samstags vom Schifffahrtszentrum bei der Reichsbrücke um 10 Uhr, Ankunft in Tulln ist um 12 Uhr. Rückfahrt ab Tulln um 16 Uhr, Ankunft in Wien um 18 Uhr.

Ob Tulln auch nach Corona vom Twin City Liner angefahren wird, steht in den Sternen. „Wenn es sich als erfolgreich herausstellt und die Nachfrage entsprechend hoch ist, könnte man daran denken. Allerdings bräuchten wir dann ein eigenes Schiff dazu“, erklärt Gert Krämer, Geschäftsführer der Central Danube.