Andy Holzer: Blind am Dach der Welt. Der blinde Kletterer Andy Holzer stellte sein neues Buch im Tullner Gymnasium vor. Darin beschrieb er den Aufstieg auf den Mount Everest auf der Nordroute.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 20. Dezember 2018 (04:12)
Andy Holzer (Mitte) mit Initiator der Veranstaltung Johannes Öhlböck (3.v.l.), Direktorin Irene Schlager, Lehrkräfte und Schülern.
Urbanitsch

Rund 250 Schüler des Tullner Gymnasiums lauschten den Worten des charismatischen Bergsteigers Andy Holzer, der von Geburt an blind ist.

„Wir müssen machen, was unser Herz erfüllt, jeder von uns hat seinen Everest“, beschreibt Holzer seinen inneren Drang zum Bergsteigen. Aufgewachsen in den Dolomiten war er von Anfang an mit den Bergen verbunden. „Ich kannte nichts anderes.“ An der Kletterwand kann ich die Welt mit Händen und Füßen begreifen, da fühl‘ ich mich freier als nie zuvor.“

„Er bringt Werte mit, die in unserer Gesellschaft leider immer mehr in den Hintergrund treten“

Andy Holzer ist der erste blinde Mensch, der den Mount Everest bestiegen hat. In seinem neusten Buch „Mein Everest - blind nach ganz oben“, beschreibt er den Aufstieg an der Nordroute, Emotionen und Gefahren. „Am 21. Mai 2017 durfte ich gemeinsam mit meinen beiden Freunden Wolfgang Klocker und Klemens Bichler das Dach der Welt erreichen.“

Im Alter von neun Jahren entdeckte er die Leidenschaft zum Bergsteigen, denn er fand als Kind schon heraus, dass „es steil rauf leichter geht als im Flachen.“

Andy Holzer möchte Sehenden die Augen öffnen und zu erkennen geben, dass „niemand überall stark ist, jeder hat seine Fähigkeiten, wir sind Einzelausgaben des Universums.“

Bei Vorträgen auf der ganzen Welt beschreibt er diese Kraft der Vorstellung und erweckt damit Begeisterung bei Jung und Alt. „Er bringt Werte mit, die in unserer Gesellschaft leider immer mehr in den Hintergrund treten“, ist sich Organisator der Veranstaltung Johannes Öhlböck sicher.