Haft nach tödlichem Unfall auf einer Tullner Schnellstraße

31-Jährige verursachte betrunken einen Unfall auf einer Tullner Schnellstraße. Sie verletzte eine schwangere Mitfahrerin, der Beifahrer starb. Die Lenkerin muss ins Gefängnis.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 11:58
Symbolbild Blaulicht
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Foto: AstroStar/Shutterstock.com

Der LKW-Fahrer sieht das Auto erst, als es an ihm vorbei zischt, knapp vor ihm schießt es auf die Spur, kommt von der Fahrbahn ab und stürzt über die Böschung. Es überschlägt sich mehrmals, die Lenkerin wird dabei aus dem Fahrzeug geschleudert, die anderen werden eingeklemmt.

Eine Frau aus dem Auto hinter dem LKW leistet erste Hilfe, die Feuerwehr befreit die Leute aus dem Unfallauto. Ein 36-Jähriger und eine 33-Jährige sind verletzt – sie ist schwanger. Der 47-jährige Beifahrer ist tot. Die Lenkerin hatte zum Unfallzeitpunkt 1,5 Promille, auch sie wird verletzt.

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Betrunken trotz schwangerer Mitfahrerin

Das war Anfang Juli. Jetzt sitzt sie vor Gericht und übernimmt die Verantwortung für ihr Handeln. In der Nacht vor dem Unfall hatte sie Tequila getrunken, noch alkoholisiert fuhr sie in der Früh mit mehreren anderen in einem Mietwagen von Ungarn nach Österreich. Sie trank noch zwei Likören, es kam zum Streit und sie fuhren wieder zurück. Der Unfall passiert auf dem Rückweg um die Mittagszeit auf der S5 am Gemeindegebiet von Tulln.

Vor Gericht übernimmt die Frau die Verantwortung, sagt allerdings, sie wäre nicht so schnell gefahren, wie in der Anklage vermutet. An den Unfallhergang selbst erinnert sie sich kaum. Die Unfallzeuginnen schildern ihre Fahrweise als sehr riskant, das Abkommen von der Fahrbahn hätten sie aber nicht direkt gesehen, da sie hinter dem LKW fuhren.

Die Strafdrohung beträgt bis zu drei Jahren Haft. Sie bekommt 18 Monate teilbedingte Haft, sechs davon muss sich ins Gefängnis. Die alleinerziehende Mutter zweier kleinen Kinder soll der Schwester des Toten außerdem rund 22.000 Euro zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.