Alte KFZ-Kennzeichen: Nostalgie in Weiß auf Schwarz. Vor 30 Jahren wurden die schwarzen Blechtafeln von den heute gültigen Kennzeichen abgelöst.

Von Doris Firmkranz und Helga Urbanitsch. Erstellt am 07. August 2019 (03:22)
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Kommandant Thomas Mohnl, Alina Mohnl, Julia Mohnl und Oberfeuerwehrmann Bernhard Ölsböck mit dem Ford Transit, Baujahr 1976. Urbanitsch

Man kann sie heute noch vereinzelt als Relikte einer längst vergangenen Periode auf Österreichs Verkehrswegen beobachten: Fahrzeuge, die noch eine alte Kennzeichentafel tragen. Ja, genau. Die mit den weißen Ziffern auf schwarzem Untergrund. Die, die vor nunmehr 30 Jahren abgeschafft und durch die weißen mit der schwarzen Buchstaben/Zahlenkombination und dem Wappen des jeweiligen Bundeslandes abgelöst wurden.

Wobei – ohne Buchstaben kam auch die alte Variante nicht ganz aus. „Ab dem Zeitpunkt, wo die Ziffernkombinationen erschöpft waren, kamen kurzfristig die Buchstaben A und C zum Einsatz“, weiß Renate Berger, die als Mitarbeiterin der Bezirkshauptmannschaft, Abteilung Kfz-Wesen die damalige Umstellung unmittelbar miterlebt hat.

„Der weit über 40 Jahre alte Kübelwagen fährt allerdings nur mehr bei speziellen Anlässen aus, etwa bei Hochzeiten.“ Dominik Kerschbaumer

Die einstige Autonummer begann mit dem Anfangsbuchstaben des jeweiligen Bundeslandes und endete mit drei Ziffern. Dazwischen lag eine Zahl, anhand derer man erkennen konnte, in welchem Bezirk das Fahrzeug angemeldet war. Für Tulln waren das 19, 49 und 79.

Dass mancher Autobesitzer sich offensichtlich nur schwer vom schwarzen Taferl trennen konnte, machte sich in einem gewissen Anstieg der nach der Umstellung erfolgten Verlustanzeigen bemerkbar. „Das eine oder andere Kennzeichen wird wohl damals nicht wirklich verloren gegangen sein“, vermutet Renate Berger.

Ob das mit ein Grund war, dass sich unsere Recherche als schwierig herausstellte, lassen wir dahingestellt.

Alte Kennzeichen auf alten Fahrzeugen

Laut Statistik waren 2018 im Bezirk Tulln insgesamt 2.470 schwarze Taferl registriert. Alte Kennzeichentafeln haben überwiegend auf landwirtschaftlichen Fahrzeugen oder Pkw-Anhängern „überlebt“. Und natürlich auf Pkw, die ein entsprechendes Alter erreicht haben, also sogenannte Oldtimer.

Dabei denkt man automatisch an amerikanische Luxuskarossen, an britische Nobelkutschen oder auch populäre Kleinwagen europäischer Provenienz.

Aber auch ein altes Feuerwehrauto fällt unter die Bezeichnung Oldtimer. Ein solches Fahrzeug steht beispielsweise in der Landesfeuerwehrschule. Dominik Kerschbaumer, für den Fuhrpark verantwortlich: „Der weit über 40 Jahre alte Kübelwagen fährt allerdings nur mehr bei speziellen Anlässen aus, etwa bei Hochzeiten.“ Dafür muss er auch regelmäßig zur „Pickerl-Prüfung“.

Eine Vorbaupumpe als praktische Besonderheit

Ein schwarzes Kennzeichentaferl weist auch das Kleinlöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Staasdorf auf. Der Ford Transit, Baujahr 1976, verfügt über das behördliche Kennzeichen N 49.901 und ist noch immer im Einsatz – und das erfolgt hauptsächlich bei Brandeinsätzen, denn der Oldtimer weist eine Besonderheit auf.

„Dieses Löschfahrzeug verfügt über eine Vorbaupumpe, das ist eine Spezialität dieses Fahrzeuges, die bei Brandeinsätzen sehr hilfreich ist“, freut sich Feuerwehrkommandant Thomas Mohnl. Die Vorbaupumpe wird direkt vom Motor angetrieben, kann gleich am Hydranten angeschlossen werden und „man kommt schnell zu Wasser“, so der Kommandant.

Da es nur wenige Brandeinsätze gibt, ist die Mannschaft nur ein bis zwei Mal im Jahr mit dem Ford Transit unterwegs und das auch nur unmittelbar im Ortsgebiet.

Das liegt aber nicht am Alter des Autos, sondern an den wenigen Brandeinsätzen.

Oberfeuerwehrmann Bernhard Olsböck erklärte weiter, dass das Auto ohne Servolenkung und automatischen Joker noch sehr gut intakt ist.