Arbeitslosigkeit ist weiterhin hoch. Gegenüber März 2020 gibt es zwar wieder weniger Arbeitslose in Tulln, nun droht jedoch eine steigende Langzeitarbeitslosigkeit.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 10. April 2021 (03:53)

Genau ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise sinkt die Arbeitslosigkeit erstmals wieder unter das Niveau des Vorjahres. Ende März verzeichnete das AMS Tulln mit 2.763 um 1.091 bzw. 28,3% weniger Jobsuchende als im Vorjahr. „Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Rückgang großteils ein Basiseffekt ist, da der Vergleichswert Ende März 2020 mitten im ersten Lockdown liegt“, erklärt der Tullner AMS Geschäftsstellenleiter Hans Schultheis. Die Corona-Krise hat am Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen, was sich besonders in steigender Langzeitarbeitslosigkeit zeigt. Im Bezirk Tulln hat die Zahl der Personen, die bereits ein Jahr und länger auf Jobsuche sind, auf 670 zugenommen.

„Die größte Herausforderung in den kommenden Monaten wird sein, der Verfestigung der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Wir werden alles tun, um den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit einzudämmen“, erklärt Hans Schultheis. Neben konsequenter Vermittlung hat das AMS das Angebot an Schulungen in „Zukunftsberufe“ ausgeweitet. 519 Jobsuchende nutzen aktuell das Qualifizierungsangebot des AMS Tulln. Das sind um 34,5% mehr als im März des Vorjahres.

„Die größte Herausforderung in den kommenden Monaten wird sein, der Verfestigung der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken"

Rechnet man die Schulungsteilnehmer dazu, waren im Bezirk Tulln im März gegenüber dem Vorjahresmonat mit 3.282 um 958 weniger Personen beim AMS Tulln registriert. Nach zwölf Monaten Corona-Pandemie sinkt die Arbeitslosigkeit, bleibt aber weiterhin hoch. Aufgrund der anhaltenden Gesundheitskrise und wirtschaftlichen Einschränkungen ist die Situation am Arbeitsmarkt jedoch weiterhin angespannt. „Wichtig ist die rasche Vermittlung Arbeitssuchender und dort wo das nicht möglich ist, mit Hilfe von Aus- und Weiterbildungen Menschen gut für den zukünftigen wirtschaftlichen Aufschwung vorzubereiten“, so Schultheis. Hier würden auch die finanziellen Mittel der Ende 2020 gestarteten „Corona-Joboffensive“ Abhilfe schaffen. Außerdem klären die AMS-Berater mit Arbeitssuchenden Qualifizierungsmöglichkeiten ab, wenn kurz- bis mittelfristig keine Vermittlung absehbar ist.

„Wir werden alles tun, um den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit einzudämmen.“ Hans Schultheis, AMS

Nach Altersgruppen gab es bei den Personen im Haupterwerbsalter (25-49 Jahre) Ende März im Jahresvergleich einen Rückgang der Jobsuchenden um 34,6 Prozent, bei den Älteren (über 50) um 15,6 Prozent. Den höchsten Rückgang gab es mit 39,2 Prozent bei Jugendlichen. Auffallend ist weiterhin, dass Frauen durch die Krise stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Männer: So betrug der Rückgang bei den Frauen 27,2 Prozent, bei den Männern fiel er mit 29,2 Prozent höher aus. Ende März waren mit 550 gemeldeten offenen Stellen um 5,8 Prozent weniger vorhanden als im Vorjahresmonat.