Aus für Pflegeregress: Bedarf an Pflege steigt. Pflegeeinrichtungen rüsten sich für erwarteten Ansturm auf kaum vorhandene Plätze. SeneCura legt Ausbauplan vor und forciert Ausbildung für Personal.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:12)
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Immer mehr Menschen nehmen die Dienste der Hilfsorganisationen in Anspruch. Doch diese plagen arge Personalsorgen.

Der Pflegeregress ist Geschichte. Dies bedeutet, dass nach Regierungsbeschluss auf das Vermögen der Pflegebedürftigen, deren Angehörigen, Erben und Geschenknehmern nicht mehr zugegriffen werden darf, um etwaige Pflegekosten zu decken. Das verursacht Kosten, nicht nur für das Land Niederösterreich, sondern auch für die Gemeinden. Die wenden sich mit Resolutionen, die in den Gemeinderäten beschlossen wurden, an den Bundeskanzler.

„Aktuell ist das noch durch gute Planung bewältigbar“

Seit dem Wegfall des Pflegeregresses sei ein Anstieg bei Nachfrage nach Heimplätzen spürbar, sagt Otto Huber, Gruppen- und Abteilungsleiter im Amt der NÖ Landesregierung. „Aktuell ist das noch durch gute Planung bewältigbar“, so Huber weiter.

Dies bestätigt auch Werner Bernreiter, Regionaldirektor der SeneCura NÖ. „Derzeit können wir den Bedarf noch gut abdecken. In unserem neuen Sozialzentrum in Sitzenberg-Reidling, das im Oktober eröffnet wurde, können wir auch kurzfristig freie Pflegeplätze anbieten“, erklärt Bernreiter. Es gelte jetzt den Trend weiter zu beobachten und den Verlauf während des ersten Halbjahres 2018 abzuwarten. „Wir möchten auf die gute Kooperation mit dem Land Niederösterreich, gerade auch vor dem Hintergrund der neuen Situation seit der Abschaffung des Pflegeregresses, hinweisen. In Abstimmung mit dem Land Niederösterreich hat SeneCura bereits im Dezember einen Ausbauplan vorgelegt um rasch Standorterweiterungen realisieren zu können“, so Huber weiter.

Steigende Nachfrage in Betreuungszentrum

„Generell ist es natürlich eine sehr gute Sache, dass niemand mehr Angst um sein Vermögen haben muss und professionelle Pflege trotzdem leistbar bleibt“, sagt die Direktorin des Pflege- und Betreuungszentrums Tulln, Shajen Prohaska.

Auch in ihrem Haus führt die Neuregelung bereits zu steigender Nachfrage. „Derzeit haben wir zwar aufgrund der Umbauarbeiten einen kleinen Aufnahmestopp, aber ich denke, dass sich das bei den Anfragen bis ins Frühjahr verstärkt niederschlagen wird“, so Prohaska.

Bernreiter geht auch noch auf den steigenden Bedarf an Pflegepersonal ein. SeneCura organisiere in Kooperation mit dem AMS NÖ ab dem Frühling einen Lehrgang für die Ausbildung zur Pflegeassistenz für Wiedereinsteiger und berufliche Umsteiger. Die Kurse werden im Raum Baden stattfinden. „Nach erfolgreichem Abschluss garantieren wir den Absolventen eine fixe Anstellung bei SeneCura“, verspricht Bernreiter.

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