Auslaufmodell Schulskikurs: Das Snowboard im Trend. Bei uns ist die Wintersportwoche nach wie vor beliebt.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:31)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Obwohl die Erfolge der rot-weiß-roten Skisportler bislang eher bescheiden ausgefallen sind, kann Österreich nach wie vor als eine Nation der Skifahrer bezeichnet werden. Doch diejenigen, die mit „zwoa Brett’ln auf an g’führigen Schnee“ talabwärts ihre Schwünge ziehen, werden immer weniger. Die Kosten verteuern sich Jahr für Jahr und so ist für viele Familien mit Kindern ein Skiurlaub bereits unerschwinglich geworden.

Wer nicht schon im Kindergartenalter von seinen Eltern auf Ski gestellt worden ist, hat Gelegenheit, dies später im Rahmen von Schulskikursen nachzuholen.

Seit Jahren beziehen Schüler der zweiten und dritten Klassen der Musikmittelschule sowie ihre (Ski-)Lehrer in Obertauern Quartier. Viele machen von der Möglichkeit, sich eine geeignete Ausrüstung vor Ort auszuleihen, Gebrauch. Langlaufski wurden vor Jahren von der Schule angekauft, doch der Boom ging vorbei. „Jetzt verstauben sie im Keller“, bedauert Direktor Peter Höckner. „Zurzeit ist Snowboarden total angesagt, und die Kurse werden im Allgemeinen sehr gut genutzt.“

Das Angebot wird von etwa 75 Prozent aller Schüler angenommen. Notwendig sind 70 Prozent, um überhaupt einen Skikurs durchzuführen. Dies wird etwa in der NMS Atzenbrugg laut Schuldirektion immer schwieriger. So kam heuer für die zweiten Klassen nur mit Mühe ein Skikurs zustande. Es sei ein großer Aufwand, eine Sondergenehmigung zu erhalten. Eine solche ist notwendig, wenn – wie etwa heuer in den dritten Klassen – aufgrund körperlicher Erkrankungen der Schüler die notwendigen 70 Prozent nicht erreicht werden.

In der Tullner Neuen Mittelschule mit Schwerpunkt Sport ist Skifahren im Lehrplan enthalten, also für die Schüler verpflichtend. Direktor Georg Förstel: „Mit Ausnahme der vierten Klassen, die heuer erstmals einen Skitag absolvieren, fahren dieses Jahr die Burschen und Mädchen wieder in Unterkünfte, die sich in all den Jahren bewährt haben, nach Niederalpl beziehungsweise Wagrain.“

Finanzielle Hilfe kommt üblicherweise von den Elternvereinen. Sandra Holzschuh, im Vorstand des Elternvereins der Sportmittelschule: „Jährlich erhalten durchschnittlich drei Schüler pro Klasse von uns Unterstützung. Das Budget lukriert sich aus dem Elternvereinsbeitrag sowie aus dem Erlös von Buffets, die wir im Rahmen diverser Schulveranstaltungen organisieren.“

Finanzielle Unterstützung für Kinder aus sozial schwachen Familien gibt es auch in der NMS Großweikersdorf, wo der Skikurs für die 2. und 3. Klasse in Wagrain stattfindet.

„Grundsätzlich gut genutzt“ wird das Angebot Schulskikurs in der NMS St. Andrä-Wördern. Zwar scheint die Sommersportwoche dem Wintersport den Rang abzulaufen, es sei jedoch heuer nicht schwierig gewesen, die erforderlichen 70 Prozent zu erreichen. „So selbstverständlich wie noch vor 20 Jahren ist dies aber nicht mehr“, so eine Lehrerin.

Der Skikurs, der eigentlich Wintersportwoche heißt, ist also keinesfalls out, aber es gibt gegenüber früheren Verhältnissen Alternativen.

Am BG/BRG Tulln werden in zwei Jahrgängen (2. und 5. Klassen) Wintersportwochen angeboten und durchgeführt. Neben dem Skifahren kann dabei auch das Snowboarden erlernt und trainiert werden. Direktorin Irene Schlager erinnert sich an vergangene Zeiten: „Während man noch in meiner Schulzeit ausschließlich auf Skikurs fuhr, gibt es für unsere Schüler jetzt auch Sommersportwochen, Sprach- und Kulturreisen sowie naturwissenschaftliche Projektwochen. Finanziellen Voraussetzungen für die Realisierung dieser Sportwochen und Reisen sind nicht in allen Fällen zur Gänze gegeben und so sind wir dankbar, dass neben der Möglichkeit, um staatliche Beihilfe anzusuchen, auch der Elternverein Unterstützung gewährt.“

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